Der Große Neustart

Plastic Fischer: Der Top Innovator 2022 rettet Flüsse und Ozeane

59 min
Jun 10, 2022about 4 years ago
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Summary

Karsten Hirsch, CEO of Plastikfischer, discusses how his startup tackles ocean plastic pollution by intercepting waste in rivers before it reaches the sea. Recognized as a Top Innovator 2022 by the World Economic Forum, Hirsch explains the company's technology, business model based on plastic credits, and the systemic challenges requiring government policy and corporate responsibility to scale solutions effectively.

Insights
  • 80% of ocean plastic originates from approximately 1,000 rivers, making upstream river intervention significantly more efficient than ocean cleanup efforts
  • Scaling environmental solutions requires government legislation and Extended Producer Responsibility (EPR) policies, not just corporate CSR budgets which are unpredictable and voluntary
  • Local employment and community-led implementation are critical for credibility and long-term sustainability in emerging markets rather than importing external expertise
  • The plastic pollution problem is fundamentally a symptom of inadequate waste management infrastructure and lack of tracking/transparency in developing nations, enabling criminal exploitation
  • Collaboration between innovators is essential but currently lacking; competitive positioning undermines collective problem-solving at the scale required
Trends
Shift from ocean cleanup to upstream river-based plastic interception as primary intervention strategyRise of plastic credit markets as alternative financing mechanism for environmental cleanup companiesGrowing recognition that Extended Producer Responsibility (EPR) must be implemented globally, not just in developed marketsIncreased focus on local job creation and community-led environmental solutions in emerging marketsCorporate CSR budgets becoming primary funding source for environmental startups due to lack of government supportOpen-source technology models enabling rapid replication of proven environmental solutions across geographiesMulti-stakeholder platforms (World Economic Forum initiatives) attempting to coordinate global environmental actionEmerging markets (India, Indonesia) becoming innovation hubs for waste management and environmental technology
Topics
River plastic interception technology and infrastructureExtended Producer Responsibility (EPR) policy frameworksPlastic credit markets and carbon offset mechanismsWaste management systems in emerging marketsOcean pollution and marine biodiversity protectionCorporate Social Responsibility (CSR) funding modelsSustainable Development Goals (SDGs) implementationCircular economy and recycling infrastructureGovernment policy and environmental legislationScaling environmental startups and social enterprisesChitarum River cleanup initiativesMekong River plastic pollutionWaste tracking and transparency systemsThermal waste-to-energy processingMulti-stakeholder environmental partnerships
Companies
Plastikfischer
German startup founded by Karsten Hirsch that removes plastic from rivers in India and Indonesia using floating barriers
World Economic Forum
Recognized Plastikfischer as Top Innovator 2022; hosts annual Davos meeting connecting global leaders and innovators
Ocean Cleanup
Competitor organization focused on Pacific Garbage Patch; criticized for inefficient resource allocation versus upstr...
Procter & Gamble
Large multinational mentioned as example of non-sustainable company attempting CSR compliance at World Economic Forum
Deutsche Bank
Financial institution whose chairman Hirsch met at World Economic Forum Davos event
Nestlé
Food company identified as major plastic producer and polluter in Boell Foundation study
ExxonMobil
Oil company identified as one of world's largest plastic producers and polluters
BASF
Chemical company identified as major plastic producer and polluter
Sinopec
Chinese energy company identified as major plastic producer and polluter
GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit)
German development agency that transfers funding to India and Indonesia where Plastikfischer operates
People
Karsten Hirsch
Guest discussing his startup's river plastic interception technology and World Economic Forum Top Innovator 2022 award
Sibylle Baden
Moderator of the podcast episode and curator of World Economic Forum's Great Reset initiative in Germany
Moritz Mann
Co-founder who moved to Indonesia with Hirsch to develop and test the floating barrier technology
Georg
Co-founder who provided initial funding and has background in sustainable aquaculture venture capital
27-year-old female founder from Bangalore
Entrepreneur developing AI-powered plastic sorting technology processing 200 tons daily; met Hirsch at World Economic...
Quotes
"Wenn 80 Prozent des Plastiks, das heute unsere Ozeane verschmutzt, aus etwa 1000 Flüssen stammt, weshalb befreit denn niemand in der Welt die Flüsse zuerst davon."
Sibylle BadenOpening segment
"Plastik aus den Ozean holen, während wir den Eintrag von Plastik durch Flüsse nicht beendet haben, ist Zeit und Geldverschwendung und eher ein Marketing-Gig."
Karsten HirschMid-episode
"Es muss auch nicht Plastikfischer sein, die jetzt hier groß wachsen, sondern generell die Arbeit, um das Problem zu bekämpfen, muss deutlich größer werden."
Karsten HirschScaling discussion
"Wir haben uns gegründet, um Probleme zu lösen, nicht um unser Gesicht oder unseren Namen in der Weltpresse zu lesen."
Karsten HirschCollaboration segment
"Sofern das nicht über Legislatur geregelt wird, über Policymaking sehe ich keine guten Chancen, das schnell in den Griff zu kriegen."
Karsten HirschPolicy discussion
Full Transcript
Wir hatten ein Apartment mit Blick auf den Mekong und dort haben wir gesehen, wie rund um die Uhr Plastik über den Mekong ins Meer getragen wird. Wir haben uns gewundert, warum es scheinbar keine Firma auf der Welt gibt, die sich dem Problem Plastikverschmutzung der Meere bereits in Flüssen annimmt. Willkommen bei der Große Neustart, einem Aufruf des World Economic Forums, die Welt smarter, grüner und fairer zu machen. Unterstützt wird die Initiative in Deutschland von Publizistin Siebille Baden, die sie mitnimmt auf eine Reise in ein neues Wirtschaftsmodell. Wenn 80 Prozent des Plastiks, das heute unsere Ozeane verschmutzt, aus etwa 1000 Flüssen stammt, weshalb befreit denn niemand in der Welt die Flüsse zuerst davon. Diese Erkenntnis war der Beginn der Mission von Plastikfischer, der mit einem deutschen Start-up, das praktisch über Nacht eine Technologie entwickelt hat, um die Meeresverschmutzung dort zu bekämpfen, wo sie beginnt. Bis heute haben sie mehr als 130 Ton Plastik entsorgt und verarbeitet. Grund genug für das World Economic Forum in GAMF, das Unternehmen als Top Innovator 2022 auszuzeichnen. Ich begrüße heute ganz herzlich Karsten Hirsch, den CEO und Gründer von Plastikfischer, der auch gerade aus Davos kommt vom Jahrestreffen des World Economic Forums, wo Top Innovator auf Top Investoren, globale Wirtschaftsführer und Regierungschefs treffen. Karsten, wie nützlich war das für dich? Ja, hallo zusammen und danke für die Einladung zu bilden. Ja, es war sehr, sehr spannend in Davos zu sein bei einem Event, von dem man schon so oft in allen Medien gehört hat. Wir waren dort eingeladen, hat es eine von 20 Top Innovator, die das World Economic Forum zum Jahrestreffen eingeladen hat. Und es war wirklich sehr, sehr interessant, auf verschiedenste Leute aus verschiedensten Bereichen zu treffen, aber vor allem auch mit anderen Start-ups, die in dem Bereich Umweltschutz in verschiedensten Themenfeldern arbeiten, dort diese Atmosphäre mitzunehmen und sein eigenes Bild mit eigenen Augen machen zu können, was dort vor Ort eigentlich passiert. Jetzt ist es ja allgemein bekannt, dass man da auf den Fluren und in den Zelten und in den Einrichtungen auch schon mal der EZB-Präsidentin gegenübersteht oder was auch immer. Bist du irgendjemand begegnet, wo du dachtest, das war jetzt wirklich nützlich? Auf jeden Fall. Ich bin sehr, sehr vielen Leuten begegnet. Ich hatte zum Beispiel Lunch mit der Ministerin für... Ich habe jetzt auf englisch im Kopf, also der Umweltministerin aus Treniederlanden, dort mit der haben wir zu sechst Lunch gehabt und gesprochen. Ich habe den norwegischen Umweltminister zuhause getroffen und er hat gesagt, dass wir es doch mit Selfie machen. Also das war ganz schön. Und dann habe ich Chairman von zum Beispiel der Deutschen Bank getroffen oder Gründer von sehr großen Pharmaunternehmen oder großen NGOs auch. Den konnte ich mich dann eben vorstellen oder auch großen Tech-Unternehmen, die beispielsweise in Indien gegründet sind, wie wir eben auch mit unserer indischen Firma... Kasten, bevor wir eintauchen in eure spannende Gründungsgeschichte und die Technologie, lasst uns zunächst über die Situation von Flüssen in der Welt sprechen. Laut Statistik ist es so, dass in jedem Jahr 8 bis 12 Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane geschwemmt wäre. Wir haben nun gehört, dass 80 Prozent davon aus etwa 1000 Flüssen stammen. Also plus minus 10 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr kommen über etwa 1000 Flüsse in die Ozeane. Und im Ranking ist es so, dass 9 von 10 der schmutzigsten Flüsse aus Asien stammen und eine aus Afrika. Also wir reden von den großen Flüssen, Mekong, Yangtzehganges. Du bist vor Ort. Wie ist deine Erfahrung? Also meine Informationen sind auch von den 10 verschmutzigsten Flüssen in der Welt, die meisten eben in Asien. Und das ist auch, warum wir dort angefangen haben zu arbeiten und auch nach wie vor arbeiten. Unsere Arbeit begann tatsächlich in Indonesien, wo der Chitarum Fluss fließt. Das ist der galt lang als der dreckigste Fluss der Welt. Und dort haben wir eigentlich nach Gründung unseres Unternehmens, sind wir dort hingezogen und haben dort Technologie entwickelt. Wir haben uns gedacht, wenn wir in diesem Bereich arbeiten wollen, dann muss eine Technologie entwickelt werden. Die dort, wo wir arbeiten wollen und das sind nun mal die Emergen Markets, dann muss es dort auch funktionieren. Und ich selbst bin in Köln, in Deutschland. Dort bin ich die allermeiste Zeit. Denn unsere Philosophie ist eben auch, dass die Projekte, die wir aufbauen, von der lokalen Bevölkerung getragen und geführt werden. Von 47 Vollzeitangestellten bei Plastikfischer arbeiten 45 in Indien und Indonesien und lediglich ich. Und Plastikfischer CTO sitzen in Deutschland und organisieren quasi die Struktur von hier aus und versuchen eben auch Funding aus Europa, Indieländer, speziell Indien und Indonesien zu bringen. Du kennst sicherlich auch diese Studie von Nature Communications, das stand sicherlich auch schon in anderen. Dass bis zu zweieinhalb Millionen Tonnen Plastik aus Flüssen ins Meer gelangen. Und wenn ich jetzt jetzt mal kurz hochrechne, du hast also die Flüsse schon von über 100 Tonnen von Plastik befreit. Das wäre dann so 24.000 Mal so viel. Das heißt, deine Firma kann hier ordentlich skalieren, oder? Ja, ich denke, das ist auch eines der größten Learnings, die ich so vom World Economic Forum mitgenommen habe. Gerade im Austausch mit anderen Innovatoren, die ebenfalls funktionierende Technologie entwickelt haben, weil sie ein Problem gesehen haben, dass es skalierbar zu bekämpfen gilt. Und das ist eben extrem wichtig, dass das eben auch passiert. Denn wir haben festgestellt, ja, wir können kostengünstig arbeiten und Jobs schaffen, Plastik rausholen und verarbeiten. Aber es ist letztendlich ein Tropfen auf den meisten Steinen, wenn wir nicht skalieren. Und deshalb ist es extrem wichtig, dass wir wachsen. Es muss auch nicht Plastikfischer sein, die jetzt hier groß wachsen, sondern generell die Arbeit, um das Problem zu bekämpfen, muss deutlich größer werden. Und Plastikfischer kann sicherlich nicht auf der ganzen Welt aktiv sein. Aber wichtig ist eben, dass es effiziente und funktionierende Technologien oder Ansätze gibt, die dann eben groß gemacht werden und dieses riesengroße und komplexe Problem von Müll in der Umwelt, Flüsse, Meere anständig zu bekämpfen. Und wie siehst du die Chancen? Ich meine, du bist international unterwegs, du weißt jetzt, wer deine Mitbewerber sind und was auf den Ozean passiert. Wie realistisch ist das, dass wir das jetzt schnell in Bewegung setzen? Das ist eine sehr gute Frage, über die ich gerade während und nach dem World Economic Forum event viel nachdenke. Ich denke, es muss definitiv einen großen Ruck geben, der ausgelöst werden muss beispielsweise nach solchen Treffen wie beim Forum in Davos. Ob liegt es an den Regierungen und großen Firmen, die sehr viel Geld haben, Innovationen wie beispielsweise Plastikfischer zu fördern und groß zu machen? Denn dort liegt das Geld oder auch die Verantwortung, wenn wir uns die Regierungen anschauen. Und sofern das nicht über Legislatur geregelt wird, über Policymaking sehe ich keine guten Chancen, das schnell in den Griff zu kriegen. Weil wir merken, dass wir wirklich durch die Bürokratie und auch andere Faktoren ausgebamst werden und nicht so schnell implementieren können, wie wir gerne würden. Und wenn sich das nicht ändert, wird es wirklich schwierig meines Erachtens, dieses Problem zeitnah in den Griff zu kriegen. Es ist riesengroß und das Problem Plastikverschmutzung ist sehr komplex. Ich habe gelernt, dass eben einer der großen Faktoren ist, dass Plastik oder Verschmutzung nicht wirklich getrackt wird. Man weiß nicht genau, wie viel Tonnen landen, wo und wann, gerade in Ländern wie Indien und Indonesien. Wir haben einen sehr undurchsichtigen Markt und das eröffnet Möglichkeiten für Kriminelle, damit Geld zu machen. Es ist sehr viel Geld dort im Spiel, wenn es um Wastemanagement geht. Und deshalb besteht auch in vielen Stellen kein Interesse, diese Müllströme letztendlich anständig nachvollziehen zu können. Und sofern sich das nicht ändert und dem in Riege vorgeschoben wird, denke ich, werden wir es schwer haben, diese Verschmutzung tatsächlich effektiv in sehr, sehr großem Ausmaß bekämpfen zu können. Karsten, du sagst, du bist vor drei Jahren zum ersten Mal mit diesen Müllströmen konfrontiert worden. Und dann war auch schnell klar, dass du in den neuen Modus schaltest, nämlich Lösungsfindung. Aber dir ist ganz schnell aufgefallen, dass während sich die Welt auf die Reinigung von Ozeanen konzentriert, dass es also weit und breit niemanden gab, der sich um die Flüsse kümmert, ist das richtig? Wo warst du denn? Wie hat es denn begonnen? Genau, also ich bin nach meinem Juhastudium mit zwei Freunden nach Vietnam geflogen, eigentlich um dort Urlaub zu machen. Und wir hatten ein Apartment mit Blick auf den Mekong. Und dort haben wir gesehen, wie rund um die Uhr Plastik über den Mekong ins Meer getragen wird. Und wir haben uns gewundert, warum es scheinbar keine Firma auf der Welt gibt, die sich dem Problem Plastikverschmutzung der Meere bereits ins Flüssen annimmt. Und wir haben jeden Tag darüber gesprochen und auch nach dem Urlaub in Deutschland ging es uns nicht mehr aus dem Kopf und haben dann auch etwas recherchiert und festgestellt, dass es tatsächlich nicht wirklich Bewegungen in die Richtung Plastik in Flüssen zu stoppen und haben uns dann entschieden, Plastikfischer zu gründen. Und eine der ersten Firmen, damit die sich dem Problem bereits weiter flussaufwärts annehmen, wortwörtlich. Und genau sehr, sehr günstige Technologie entwickeln, die vor Ort gebaut werden soll, um es letztendlich auch zu skalieren in den Ländern. Du sagst, du bist also gerade von deinem Jurastudium gekommen und du warst im Urlaub. Wie habt ihr das jetzt finanziert und wo kam die Technologie her? Finanziert wurde es über einen meiner beiden Mitgründer Georg, mit dem ich zur Schule gegangen bin seit der fünften Klasse. Er hat selber ein Venture Capital and Accelerator im Bereich nachhaltiger Aquapultur. Und er ist eben auch sehr viel in Südostasien unterwegs und kannte das Problem daher. Und er hat gesagt, okay, ich kenne mich aus, wie ich Start-ups groß mache und hat das Kapital, um eine GHWH zu gründen, dahin geht, deshalb auch bereitgestellt. Moritz und ich, Moritz Mann und andere sehr guter Freund von mir, mit dem bin ich dann nach Indonesien gezogen, zu zweit. Und eigentlich haben wir vor Ort die Technologie entwickelt. Zunächst hatten wir die Vorstellung, wir nehmen ein Wasserrad, das wir dann auch einmal schnell gebaut haben in Köln. In den zwei Wochen haben wir das Ding zusammengebastelt für 300 Euro und haben festgestellt, es funktioniert. Ein Wasserrad, das eben Plastikflaschen aus den Flüssen holt. Und dann haben wir gesagt, alles klar, wir gründen die Firma. Das war vier Monate nachdem wir in Vietnam waren. Und ein Monat später bin ich dann mit Moritz nach Indonesien gezogen, um dort die Technologie nachzubauen und zu testen. Und dort haben wir dann festgestellt, das Wasserrad funktioniert so ja gar nicht, weil wir haben in der Trockenzeit einfach nicht genug Strömung, um das Wasserrad zu betreiben. Und dann, was habt ihr dann gemacht? Dann mussten wir kreativ werden und haben letztendlich uns gedacht, gut, wir schauen uns jetzt mal um, was finden wir hier auf dem indonesischen Markt, in den Baumärkten. Und was können wir bauen, um Plastik trotzdem zu stoppen. Und wir haben eng mit der indonesischen Armee zusammengearbeitet in Bandung. Da fließt der dreckigste Fluss der Welt oder einer der zehn dreckigsten, der Chitarun. Und die Armee ist dort installiert worden, 1.400 Soldaten, um den Fluss wieder sauber zu machen. Und was dort passierte, ist, die sind einmal am Tag, circa eine Stunde lang, wir haben Bötchen rausgefahren und haben mit Kächern Schwimmes Plastik gesammelt. Und dann haben Moritz und ich uns gefragt, was passiert, die 23 anderen Stunden am Tag, wo sie das eben nicht rauskäschern. Und Moritz hatte dann die Idee, so schwimmende Zäune zu bauen, damit die Armee einmal am Tag dahin fahren kann und das Plastik einsammeln. Das haben wir dann auch gemacht und haben dann, sind jeden Tag wirklich dort aufgekreuzt und haben mit der Armee zusammen, am hauptsächlichen Eigenregie, diese Zäune gebaut und immer wieder verbessert, bis es dann zu dem Design gekommen ist, was wir jetzt verwenden. Und der Armee haben das Leben sowohl leichter als auch schwerer gemacht, je nachdem, wie man sieht, weil auf einmal hatten sie ziemlich viel Plastik. Und wie ist das jetzt? Jetzt ist es immer noch, also die Zäune sind da permanent? Also Plastikfischer arbeitet so, dass wir in Infrastruktur investieren und dort auch bleiben. Wir bauen die Zäune, setzen sie ein und haben Vollzeitangestellte vor Ort, die die Zäune täglich lehren, das Plastik zu unseren eigenens angemietet und ausgestatteten Sortieranlagen bringen. Dort werden das recycelbare Material dort herausgesammelt und an lokale Recycler verkauft. Das nicht recycelbare wird getrocknet, komprimiert und dann zu Verbrennungsanlagen geschickt, wo es eben mit Energieverwertung oder Energiegewinnung verbrannt wird. Das ist das Beste, was wir dort vor Ort mit dieser sonst wertlosen Ressource machen können. Und doch das, was wir in Deutschland unter dem Nam-Term-Vertum mit dieser Art von Plastik machen. Und dieses Konzept wendet ihr überall an und das funktioniert auch überall? Korrekt. Also wir machen das in drei Standorten in Indien und in einem Standort in Indonesien, haben dort über 45 Angestellte und haben jetzt bereits über 130 Tonnen Plastik auf diese Art und Weise rausgeholt und verarbeitet. Und diese thermischen Verwertungsanlagen gibt es überall auf der Welt. In der Regel geht es zu Zementanlagen. Zementanlagen sind natürlich nicht per se ein besonders grüner Ort. Aber man muss auferstehen, dieses Plastik supplementiert fossile Brennstoffe, die ansonsten in den Zementwerken verwendet werden und die verbrennen das Plastik bei einer so hohen Temperatur, dass die meisten Toxiner eben mit verbrannt werden. Zudem senden wir das nicht zu jeder ex-beliebigen Zementfirma, sondern zu denen, die uns von einer dritten Partei vorgeschlagen werden, die unsere Arbeit nämlich auch zertifizieren und die eben ein entsprechendes Filtersystem aufweisen. Und deshalb ist das für uns die beste Möglichkeit, das Plastik dort zu verwerten, statt es auf Mülldeponien abzulagern, wo es wahrscheinlich durch Wind und Wetter wieder in die Umwelt gelangt. Arbeitet ihr mit der lokalen Regierung denn vor Ort zusammen? Weil ich meine, ihr geht ja in deren Flüsse. Genau. Wie geht das logistisch? Schwierig. Das ist, sag ich mal, mit einer der schwierigsten Vorgänge, die wir so bei unserer Arbeit zu bewältigen haben. Denn ja, unsere Technologie, die wurde von einem Graphic Designer Moritz und einem Juristen von mir entwickelt. Also, die ist wirklich nicht schwierig nachzubauen. Und wir haben es ja sogar open-source für jeden zur Verfügung gestellt, dass jeder es nachbauen kann kostenfrei. Denn die Technologie selbst ist nicht die Schwierigkeit. Schwierig ist es erstens, die Genehmigung zu bekommen und zweitens das Ganze zu managen und Genehmigungen bekommen. Da haben wir jetzt auch schon eine Menge Erfahrung mit. Und deshalb ist es auch immer sehr wichtig, lokale Projektmanate einzustellen, die die verschiedenen Regierungen aus dieser Stadt kennen, in der wir arbeiten wollen. Und dann haben wir jetzt den Vorteil, dass wir schon einige funktionierende Städte haben, in denen wir erfolgreich arbeiten, sodass uns das grundsätzlich ein kleines bisschen leichter fällt, die Regierungen zu überzeugen. Aber es ist ein sehr, sehr langwieriger und komplizierter Prozess in den Ländern, den wir arbeiten. Wie sieht denn jetzt euer Business-Modell aus nach drei Jahren? Ich denke, das hat sich ja wahrscheinlich immer weiterentwickelt. Wo steht ihr denn jetzt? Wie finanziert ihr euch? Du liegst absolut richtig mit der Annahme, dass sich das immer entwickelt hat. Am Anfang haben wir gedacht, wir verkaufen einfach PET-Flaschen und bezahlen damit unsere Arbeit. Dann haben wir aber in der ersten Woche festgestellt, in den Flüssen, in denen wir arbeiten werden, gibt es keine PET-Flaschen, weil die bereits von den Waste-Pickern rausgefischt wurden und eben eine Einkommensquelle für sie schafft. Und deshalb wollten wir auch gar nicht in diesen Markt eingreifen und PET-Flaschen sammeln und verkaufen, sondern mussten uns eben überlegen, wie können wir die Arbeit finanzieren, wenn wir eine nicht-werteiltige Ressource überwiegend in den Händen halten. Und da sind wir 2019 bereits auf die Idee gekommen, so was wie Carbon Credits mit Plastik zu machen. Also Carbon Offsetting, Plastic Offsetting, das war so das Ding, wo wir gedacht haben, das könnte funktionieren. Und dazu haben wir uns 2020 auch entschieden, dass das der Weg sein soll, mit dem wir unsere Arbeit finanzieren. Und 2021 hat dann einer der größten Carbon Credit Standards setter, also diejenigen, die diese Standards ausgeben, die weltweit anerkannt sind für CO2-Zertifikate, die haben einen Plastic Credit Standard erlassen. Und das war für uns eigentlich ein Beweis dafür, dass dieser Markt sich entwickeln wird. Und wir sind letztendlich finanziert über die CSR, also Corporate Social Responsibility, Budgets von Firmen, die eben sagen, okay, wir machen Profit, wir möchten gerne etwas oder wir müssen etwas von unserem Profit reinvestieren, in beispielsweise Bildung oder Umweltschutz. Dort möchten wir eben angreifen und sagen, falls ihr euer CSR-Budget wirklich sinnvoll investieren wollt, meldet euch bei uns. Wir schaffen eben Jobs in hohem Plastik raus und können das Ganze eben auch noch nachweisen. Also darauf basiert es, wir haben da verschiedene Möglichkeiten, als Firma oder Organisation tätig zu werden und mit uns zusammenzuarbeiten, aber auch Individuen können ihren persönlichen Plastik-Fußabdruck über uns ausgleichen und erhalten ein Zertifikat darüber, dass nach den gleichen Standards wie die Credits eben verifiziert wird. Gestern, während ich mich damit beschäftigt habe, habe ich eine Studie gelesen von der Bölschstiftung, die sich natürlich um die Verursacher mehr kümmern und sagen, die größten Plastikkonzerne, also die größten Verursacher sind ExxonMobil, BASF, Sinopec China, das ist eine chinesische Energiefirma, oder natürlich auch die Nahrungsmittelindustrie, also Firmen wie Nestle. Wäre das nicht noch eine Möglichkeit, direkt an die Ursache zu gehen? Also jetzt für euch? Das ist absolut der richtige Weg, zu sagen, wir machen die Verursacher dafür verantwortlich. Das Stichwort ist hier EPR, also Extended Producer Responsibility. In Deutschland kennen wir den grünen Punkt, ein Monopol genau dafür, mittlerweile gibt es verschiedene dieser Firmen am Markt. Und hier in Deutschland ist es so, wenn man ein Verpackungsmaterial auf den Markt bringt, muss man eben pro Tonne imitiertem Plastikmaterial, das man auf den deutschen Markt bringt, eben auch dafür zahlen, dass die Entsorgung gewährleistet ist. Und an dem geht das? Das geht zum Beispiel dann an den grünen Punkt oder an Wettbewerber vom grünen Punkt, zum Beispiel die Landbell Group, denke ich, ist einer der Wettbewerber, ich glaube auch Lidl oder die Schwarzgruppe, die haben so etwas wie den grünen Punkt quasi noch gebildet. Und in Deutschland ist es so, wenn man beispielsweise ein leicht recycable Material auf den Markt bringt, zur Verpackungszwecken ist es günstiger, wenn man ein kompliziert recycelndes Material auf den Markt bringt. Wenn man aber nun in Deutschland produziert und es nach Indonesien schickt, muss man eben nicht diese EPR-Kost zahlen. Wenn du in Indonesien produzierst und das in Indonesien auf den Markt bringst, musst du auch kein EPR zahlen. Und die Lösung oder ein Teil der Lösung sollte sein, dass diese EPR-Regulatorien in allen Ländern der Welt implementiert werden und man nicht mehr durch einfaches verschiffen oder ja, also, dass man einfach dazu gezwungen wird, als Verursacher eben auch für die Entsorgung Sorge zu tragen und dass das nicht mehr wieder abgewälzt wird, ja, auf den Kunden, der sagt, ja, das Nestle oder Juni Level, dann sagen, ja, Mensch, ich habe das doch nur produziert, der dumme Verbraucher oder die Verbraucherinnen hat es ja in den Müll geschmissen, die wissen ja ganz genau, was damit passiert und dass wir in diesen Ländern keinen anständigst Abfallwirtschaftssystem haben. Ein Problem hierfür und das versuche ich gerade auch für uns besser zu verstehen, ist, reicht das Geld, was realistischerweise über dieses EPR-Schema herumkommen wird, aus um Plastikfischers Arbeit zu bezahlen und die Antwort hierfür wird wahrscheinlich nein sein. Denn in Ländern wie Indonesien und Indien wird es nicht 1000 Euro die Tonne sein, wie es hier teilweise in Deutschland ist, pro imitierte Tonne Material, sondern eher 20 Euro. Und mit 20 Euro die Tonne können wir unsere Arbeit eben nicht machen, weil wir eben das komplette A- bis Z-Machen von Leute einstellen, Technologie bauen, implementieren, warten, Pferze gekaufen, das Ganze sortieren, verschiffen. Wir zahlen für das Co-Processing von dem Material und da brauchen wir eher eben 600 Euro die Tonne. Also, da hinzukommen und rauszufinden, wie finanziert man eine Arbeit wie Plastikfischer. Daran arbeite ich seit drei Jahren und es ist definitiv nicht leicht. Karsten, da fällt mir ein, dass die größten 100 globalen Firmen mehr als 90 Prozent des Plastikmilks erzeugen. Das denke ich, werden erstmal deine ersten Ansprechpartner, die diese großen Erzeuger, dass du mit denen in Kontakt trittst, haben die, das vermute ich jetzt mal, sich alle auch oder zum großen Teil den ISG und SDGs verschrieben, die haben mit Sicherheit ein Sustainability Officer, mit dem du in Kontakt treten kannst. Und das würde, selbst wenn nur ein Drittel von denen mitmachen, würde das deine Finanzierung für die nächsten Jahre sichern. Die Türen stehen dir jetzt etwas weiter offen als vorher. Jetzt bist du ja einer der Top Innovator vom Forum und das müsste eigentlich möglich sein, jetzt eine gute Finanzierung zu finden. Denke ich. Das ist auf jeden Fall ein Gedanke, den mir sehr gut gefällt, wo ich denke, ja, das könnte ein Weg sein. Ich glaube, ich habe es auch noch nicht ganz verstanden und reflektieren können, was ich dort auf dem Indavos alles gesehen habe. Wir treffen dort auf Firmen, die per se keine nachhaltigen Firmen sind, sondern wir haben da einfach Beispiel, Procter & Gamble, die machen in der Regel viel Plastik. Und wir versuchen jetzt irgendwie, Unternehmen ISG-Kompleien zu machen, also dass die zumindest mit den Regeln konform sind, wie früher oder später zu treffen werden. Aber um diese Probleme zu beheben, zum Beispiel Waste Management, braucht es Firmen, die sich gegründet haben, um genau das zu machen. Und da habe ich das Gefühl, diese Repräsentantinnen fehlten etwas auf den World Economic Forum, sondern es wurden die eingeladen, die viel Pharmazie machen oder Zement oder was auch immer, große Firmen. Aber da war niemand, der wirklich, den ich jetzt zumindest mal so per se direkt gesehen hätte, der sich dafür einsetzt, um Waste Management im Griff zu kriegen und die Leute an einen Tisch setzt. Und ich glaube, das ist sehr, sehr von nöten, dass mehr solche Innovatoren wie wir dort sind oder auch größere Firmen, die wirklich die ISGs als Hauptprodukt sozusagen verkörpern. Und das macht ja Plastikfischer. Unser Produkt ist Umweltschutz. Wir verkaufen nicht irgendetwas und versuchen das nachhaltig zu gestalten, sondern wir gestalten nachhaltig als Produkt. Und ich denke, dass das Forum, da waren wir auch in einem sehr guten Austausch, dass das Forum die Möglichkeit hat, solche Sachen auf den Weg zu bringen, es dort aber noch nicht ist und in die Richtung noch einiges geschehen muss. Auf dem World Economic Forum treffen sich viele Leute, es wird viel geredet, es wird sich ausgetauscht, aber es muss natürlich auch entsprechend etwas passieren. Und da ist für mich jetzt die Frage, wie konvertieren die das Gesagte und diese, dieses Netzwerken und Zusammenkommen tatsächlich jetzt in Action. Und ich denke, das Forum hat dort Möglichkeiten. Sie müssen sie halt auch nur entsprechend nutzen und umsetzen. Interessant, dass du das erwähntest, das Gesagte in Action verwandern. Ich würde sagen, das World Economic Forum ist heute das effizienteste, effektivste Multistakeholder Organisation, wenn es um die globale Problemlösung geht. Du warst jetzt in Davos bei dem Jahrestreffen. Das Forum ist ja in allen Teilen der Welt und ich glaube allein in GEMF arbeiten 600 Leute und es gibt für jedes Problem, für jedes globale Problem eine Plattform und es gibt Communities, auf der sich immer alles die Global Togetherfinden, sprich Regierung, Unternehmen, Zivilgesellschaft. Und es gibt zum Beispiel diese First Movers Coalition, die wurde vom Forum initiiert und das ist eine ganz spannende Sache auch für dich, weil hier geht es darum, wie Investitionen in Technologie das Klima retten können. Und die wurden in Glasgow ins Leben gerufen und hier geht es darum. Das ist schon gigantisch. Da haben sich mehr als 50 Unternehmen und 9 Länder und ich glaube mich zu erinnern, dass die für mehr als 40 Prozent des globalen Boto-Inlandsprodukts stehen. Das sind also nicht irgendwelche nationalen kleinen Plattformen, sondern wir reden hier von einer riesen Schlagkraft. 50 Unternehmen und 9 Länder, die mehr als 40 Prozent des globalen Boto-Inlandsprodukts repräsentieren, die haben sich zum Beispiel verpflichtet, die Kohlenstoffintensivsten Industriesektoren durch Kaufkraft und Politik für Kohlenstoffarme Technologien zu sanieren. Das ist das eine. Und du hast ja jetzt auch Zugang dazu, weil du zu der Wider Family jetzt auch gehörst. Und direkt für dich fällt mir zumindest ein die Global Plastic Action Partnership, wo du sicherlich auch drin bist und auch die hat schon 400 Mitglieder und auch die besteht aus großen Unternehmen und Regierungen und Startups wie deine. Ich glaube jetzt geht es darum, diesen, ja, für dich vor allen Dingen, diesen Stakeholder, diesen Multistakeholder Zugang zu verstehen und sich da wirklich einzubringen. Ja, du, die kenn ich jetzt und ja, und jetzt geht es darum, nochmal ein bisschen Wirbel zu machen. Ich glaube, ich glaube, was ganz wichtig ist, ist, dass dieses Problem an sich respektiert und verstanden wird. Es muss nicht Plastikfischer sein, die am Ende das Problem lösen, aber es muss gelöst werden. Und wir sind, glaube ich, eine sehr gute Möglichkeit, um den Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Aber wie das Problem am Ende gelöst wird, ist mir gar nicht so wichtig, also wer das Ganze macht. Ob das jetzt wir sind, ob das jetzt unsere Mitwettbewerber sind oder eine neue Firma, die es noch besser macht. Ja, ich bin da und das war irgendwie der Outcome von so einem sehr guten Gespräch, dass ich mit einer 27-jährigen Gründerin hatte, die vor fünf Jahren, ja, eine Firma in Bangalore, das ist das Tech Epic-Centrum von Indien, wo auch unsere indische Firma gegründet ist. Dort hat sie eine Firma gegründet, um Plastikmüll oder Haushaltsmüll zu sortieren. Also sie hat eine Sortieranlage entwickelt, die 200 Tonnen Plastik am Tag sortieren kann. Zusätzlich zu einer Technologie, die das bisher nicht recycelt war, also in ein recyceltes Board-Prest, was dann in der Bauindustrie wieder verwendet werden kann. Also sie hat eine komplette Firma gebaut, die auch mehrere Millionen Dollar Umsatz macht, aber sie sagt, sie ist nicht zufrieden, weil sie hat eine Technologie entwickelt, die das Problem lösen könnte, aber sie wird nicht so groß skaliert, dass es wirklich einen Unterschied macht. Und sie hat auch gesagt, sie ist, wenn jetzt jemand um die Ecke kommt, der sagt, Mensch, wir haben eine viel bessere Technologie, sie hat gesagt, und das glaube ich ja absolut, sie würde sich dieser Firma anschließen, wenn sie es schafft, diese andere Firma das schafft, das Ganze groß zu machen und uns zu skalieren, weil wir haben uns gegründet, um Probleme zu lösen, nicht um unser Gesicht oder unseren Namen in der Weltpresse zu lesen, sondern weil wir wirklich ein Problem lösen wollten. Und gerade diese Kollaboration und das Zusammenwirken, das passiert überhaupt nicht. Und das ist etwas sehr, sehr Trauriges, dass jeder versucht, sich selber darzustellen und sich als Problemlösung zu verkaufen, wobei das Problem so riesengroß ist, dass wir weiter von der Entfernung sind, das Problem zu lösen. Und wenn man sich dann noch abschottet und sich gegenseitig nicht hilft, dann sieht es schlecht aus. Gibt es dann eine Möglichkeit für euch beide zusammenzuarbeiten? Das versuchen wir in jedem Fall. Wir haben sehr, sehr viel Zeit gemeinsam verbracht auf dem Event und haben auch festgestellt, dass wir sehr, sehr viele ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Und wir sind gerade in verschiedenen Überlegungen dran, wie man es ändern kann und wie wir auch zusammenarbeiten können. Es gibt ja hunderte, wenn nicht tausende große Organisationen, die von Regierung, Vereintenation etc. unterstützt werden, um die Ozeane von Kunststoffen zu befreien. Vielleicht ist das nur noch ein kleiner Schritt hin, die Aufmerksamkeit auch auf die Flüsse zu lenken. Vielleicht ist das deine große Aufgabe. Also wir haben festgestellt, ja, wir waren die erste Firma oder eine der ersten, zumindest die sich auf Flüsse konzentriert haben, in den drei Jahren ist viel passiert. Es gibt jetzt, ich würde sagen, die allermeisten konzentrieren sich mittlerweile auf Flüsse und Plastik zu stoppen. Und einige haben auch unsere Technologie kopiert, was für uns auch in Ordnung ist. Wir haben sie ja Open Source zur Verfügung gestellt. Aber wir sehen, dass unser Ansatz sehr, sehr viel Sinn macht und dass es auch immer mehr passiert und sich immer mehr Firmen ausgründen oder Organisationen die Plastik bereits in Flüssen stoppen. Meines Erachtens ist Plastik aus den Ozean holen, während wir den Eintrag von Plastik durch Flüsse nicht beendet haben. Zeit und Geldverschwendung und eher ein Marketing-Gig. So traurig es klingt, aber ich meine, wir haben uns gegründet, weil wir die Biodiversität der Meere beschützen wollen. Trotzdem fischen wir kein Plastik aus Meeren. Warum? Es war für uns damals schon relativ klar und mittlerweile ist es auch über Statistiken bewiesen, dass eben das allermeiste Plastik über Flüsse in die Meere gelangt. Jetzt also Sachen aus dem Meer zu fischen, solange noch Flüsse Plastik in die Ozeane eintragen, ist wie den Boden aufzuwischen, wenn die Badewanne überläuft, statt den Hahn zuzudrehen. Und zum Beispiel das Ocean Cleanup konzentriert sich sehr auf diesen Pacific Garbage Patch. Für mich ist das eine große Marketinggeschichte, denn knapp nur ungefähr ein Prozent des Plastiks, das in Meeren schwimmt, befindet sich an der Wasseroberfläche. Jetzt kann man sich ungefähr überlegen, dass nur ein kleiner Teil dieses 1% wahrscheinlich dieser Pacific Garbage Patch ausmacht, zudem wir uns als Menschen, weil wir ihn gesehen haben und den ganz schrecklich finden, emotional angezogen fühlen und den aufzuräumen, das ist ein großes Ding. Aber der Pacific Garbage Patch kann niemals aufgelöst werden, wenn wir nicht die Flüsse vorher dichtmachen. Und deshalb ist es für mich etwas frustrierend zu sehen, dass da Multimillionen in Ocean Cleanups gesteckt werden, statt erstmal die ganzen Flüsse zuzuplastern. Und diese Aufmerksamkeit, die das Ocean Cleanup damals auf das Problem Ocean Pollution gelenkt hat, das ist definitiv den nicht abzusprechen und da haben sie sehr gute Arbeit geleistet. Aber die Technologie, die gerade dort angewandt wird, muss ich aus meiner Erfahrung sagen, ich frage, etwas zu bezweifeln, dass das ein effizienter Weg ist, Ressourcen zu investieren, um das Problem zu lösen, sondern eher eine Marketinggeschichte ist, die funktioniert. Ja, wenn wir zurückkommen zum Problem, müssen wir uns natürlich auch viel mehr der Ursachen widmen. Und ich habe in einem meiner ersten Gespräche mit dem Leiter des VN Entwicklungsprogramms gesprochen und wir haben unter anderem natürlich über Klima-Rettung und Säuberung der Ozean und so gesprochen und sind zu dem Punkt gekommen, dass der globale Handel mit Plastik, und das war 2021, um 40 Prozent gestiegen ist. So, da kommen nun Firmen wie deine und sagen, wir müssen und wir machen. Gleichzeitig steigt das immer weiter an. Also Aufräumen ist wichtig, ganz wichtiger Baustein, aber es ist natürlich nicht die einzige Lösung. Und die Lösungen sind die Ursachen. Korrekt, und das ist absolut richtender, sagen wir auch immer wieder, wir lösen das Problem nicht. Plastikfischer ist kein Problemlöser, sondern wir sind, wir bekämpfen Symptome. Das ist, was wir machen, wir bekämpfen die Symptome effizienter als sie in den Meeren zu bekämpfen, aber nicht so effizient wie das Ganze natürlich präventiv anzugehen oder zu verhindern. Also das ist natürlich die absolut richtige Maßnahme auf Dauer. Das können wir aber nicht als Plastikfischer leisten, sondern da brauchen wir eben große Einflussreiche Firmen oder zum Beispiel das World Economic Forum, die Druck machen auf Regierung und sagen, implementiert Legislatur, die dem Ganzen eben ein Riegel vorschiebt, dass das Plastik überhaupt in kleinen Verpackungen auf den indonesischen Markt kommt und ohne dass die Verursacher dafür Geld bezahlen müssen. Das möchte ich überhaupt nicht absprechen, auch Bewusstseinsschaffung. Super wichtig, aber wenn du in Indonesien wollten, sagst du, ich schmeiß deinen Müll nicht in den Fluss, dann sagen die auch, wo sollen wir es denn hinschmeißen? Wir haben keinen Müll einmal irgendwo, wir haben keinen Apple Wirtschaftssystem, wo sollen wir es hintun? Und es sind einfach viele Sachen, die zusammenkommen, aber Plastikfischer ist ein Symptombekämpfer und als Zeiteffekt machen wir Bewusstseinsschaffung, lernen vielleicht die richtigen Leute kennen, um dann über die Druck machen zu können in anderen Bereichen. Ja, da sind wir natürlich schon wieder ganz schnell beim Druck, der ausgeübt werden soll und die Frage ist auch, wen denn eigentlich? Und ich denke, das verdichtet sich immer mehr, dass es um die Regierung geht. Ich habe gestern eine kurze Reise gemacht durch ein paar Statistiken und habe gedacht, allein schon diese Zahlen sollten dafür sorgen, dass die Menschheit schlaflose Nächte hat. Ich habe nur mal drei rausgesucht und vielleicht kannst du die nachher ein bisschen einordnen. Die eine ist, die kommt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, wo nach seit Beginn der Kunststoffproduktion weltweit über 8,5 Milliarden Tonnen Kunststoff produziert wurden. Und jährlich werden dem nach 300 Millionen Tonnen hergestellt. Das sind ja völlig irrationale Zahlen. Diese Kunststoffproduktion ist angestiegen, wenn wir uns das angucken von die erste Zahl, die ich hier fand, war 1966. Da gab es eine Produktion von 20 Millionen Tonnen im Jahr. Im Jahr 2015 hat sich das verzwanzig facht auf 381 Millionen Tonnen im Jahr. Und runtergerechnet auf, was das jetzt eigentlich für die Staaten, die Länder und jeden Einzelnen bedeutet, es gibt eine US-Studie der National Academies of Science, Engineering and Medicine. Und die ist vom Dezember 2021, wonach die USA die größten Verursacher vom Plastikmüll weltweit sind. Bisher waren das ja von dem, was wir gehört haben eigentlich immer die Chinesen, so ist das aber nicht. Also ein amerikanisches Magazin sagt, die USA sind die größten Verursacher von Plastikmüll. Insgesamt haben die im Jahr 2016 42 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle produziert, mehr als doppelt so viel wie China und mehr als alle Länder der Europäischen Union zusammen. Ja, zurück zu dir. Was ist deine Einschätzung? Ich würde sagen, das kann ich nicht besonders gut einordnen. Mir ist natürlich bewusst, die ganzen erschreckenden Zahlen. Wir essen eine Kreditkarte im Monat an Plastik, für jede Minute wird eine riesengroße Truck-Ladung Plastik in die Meere gekippt umgerechnet, wenn wir mal von 8 Millionen Tonnen im Jahr ausgehen. Also es ist scheinbar, sind wir da auf einem Weg, ohne wirklich eine Lösung zu haben, wie wir damit umgehen sollen. Sondern es wird immer weiter produziert. Und wir haben jetzt schon weltweit eine sehr schlechte Recyclingquote und viel zu viel mismanaged waste. Und es wird noch mehr werden. Und ja, ich maße mir da nicht an, selber die Lösungswege vorschlagen zu können, aber ich sehe das Ganze. Ich meine, ich habe den juristischen Background und weiß, wie viele gute Gesetze grundsätzlich regeln können. Und darüber muss es funktionieren, dass wir eben in den Ländern, in denen wir viel mismanaged waste haben, besseres Polycyl-Making haben, dass es dort einfach ganz klare Regeln gibt, die auch umgesetzt werden. Aber wenn man sich länger, ich kenne jetzt eben nur Indonesien und Indien, weil ich dort ein bisschen Zeit verbracht habe, aber wenn man sich dort die Strukturen anschaut, sieht man, dass es sehr komplex ist, um dort Sachen durchzuboxen in einem riesengroßen Land wie Indien, da national Regeln zu schaffen, die dann auch richtig umgesetzt werden. Ja, aber es ist beängstigend, wie viel Plastik. Wenn du jetzt sagst, natürlich diese Länder, Indonesien etc., die nehmen natürlich auch den ganzen Plastikmüll von Europa, Amerika auf und sollen den verarbeiten. Aber eine andere Sache, die ich vielleicht noch ganz wichtig finde, 2015 haben sich ja 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen und dazu gehört ja Indonesien, Indien auch und die haben auch unterschrieben, haben sich alle geeinigt auf die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, sprich diese Sustainable Development Goals. Und eines dieser Ziele ist, die Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen. Also es gibt zwei Ziele in diesen Nachhaltigkeit, die sich mit Wasser und dem Leben unter Wasser beschäftigen und der Säuberung etc. Das haben 2015 die Länder alle unterschrieben. Das ist nun schon sieben Jahre her. Die einen sind schneller, die anderen sind langsamer, aber wir reden ja hier mehr von, da passiert gar nichts. Oder ist gar nichts übertrieben? Ja, also ich befinde mich da in meiner kleinen Start-up Plastik in Flüssen, Glase und kann auch da nur sehr bedingt über die Sachen reden, die ich so mitbekommen habe und die ich so weiß. Das ist eben wie gesagt sehr subjektiv und sehr begrenzt, was ich da dazu sagen kann. Aber ich habe das Gefühl, es passiert definitiv viel zu wenig. Und ja, wie es halt immer so ist, unterschreiben oder über Sachen reden, die man machen will, kann man natürlich immer lang viel und gerne. Aber die Umsetzung ist dann eben wieder was anderes. Also zum Beispiel der Tschieterum, dieser Fluss, von dem ich anfangs gesprochen habe, der sollte innerhalb von sieben Jahren Trinkwasserqualität erreichen. Das war die Aussage. Und es wird jetzt schon teilweise kommuniziert, dass der Fluss wieder sauber ist. Wir holen dort sprächentlich 4-5 Taunen Plastik raus, nur dort, wo wir arbeiten. Und dementsprechend kann auch von Sauberkeit oder Errechnung des Ziels keine Rede sein. Ich sehe es genauso. Meines Erachtens passiert dort viel zu wenig. Man hätte mehr davon erwarten dürfen von diesen großen Konferenzen, wo es unterschrieben wird. Im Februar in Nairobi wurde auch dieser Plastikvertrag eben unterschrieben. Muss man halt auch jetzt schauen, wie wird das Ganze umgesetzt, wie sehr wird wirklich Single-Eustastik eingeschränkt und dieses Problem angegangen. Ja, das bleibt spannend. Wenn du jetzt einen Wunsch frei hättest, wie würde denn die bestmögliche Entwicklung von Plastikfischer aussehen? Also für Plastikfischer wäre es wahrscheinlich optimal, wenn wir in zwei Jahren in allen Städten Indiens, die am Meer gelingen, vertreten werden. Und dort das Plastik stoppen. Ich glaube, grundsätzlich für das Thema Plastikverschmutzung ideal wäre, wenn wir diesen Menge, diesen Berg im Mismanaged Waste besser behandeln, sodass viel weniger in den Flüssen ist, sodass viel weniger in die Meere gelangt. Also es muss viel weiter upstream eigentlich was passieren. Nämlich dieser Haushaltmüll muss anständig gemanagt werden. Und Firmen, die das machen, wie zum Beispiel die Weta, von der ich eben erzählt habe, mit dieser Waste, mit dieser Sortierenlage, die muss genauso skaliert werden wie Plastikfischer beispielsweise, damit das Ganze in einem anständigen Umfang, dass diese Symptome oder vielleicht sogar die Ursache betämpfen kann. Also Implementierung von Proven Technology, das ist eigentlich das, was ich mir wünschen würde, nicht nur mit Zuckerplastikfischer, gerne auch mit Mitbewerbern und mit anderen Technologien, die sich bereits bewiesen haben, dass hier eine Lösung hiehen für die Probleme, die global existieren. Kannst du das in einer Zahl ausdrücken? Nein. Sag mal, wenn du jetzt sagst, da hast du ja sicherlich schon länger drüber nachgedacht, in jeder Stadt in Indien zu sein, wie Ambas erlebt. Ja, also auf der Roadmap dieses Jahr sind eigentlich drei bis fünf neue Städte in Indien. Und nächstes Jahr wären es dann am besten irgendwie 15 neue. Wir müssen natürlich dann entsprechend skalieren, dass wir bald in knapp 100 Städten sind, damit wir wirklich einen Unterschied machen. Das Problem ist natürlich, wir sind finanziert über CSA-Budgets hauptsächlich, nicht über Regierungen oder die Bundesregierung oder irgendeine Partei, die wirklich was pflichtet ist, uns zu unterstützen. Sondern es sind alles dieses CSA-Budgets von den Firmen, die das freiwillig machen können. Und hier ist die Planungssicherheit ein großes Problem. Denn an einem Jahr ist für die Firmen wichtig, Ozeane, für den nächsten Jahr, und das ist ja auch vollkommen in Ordnung, ist Bildung sehr wichtig. Und dann haben wir aber ein Projekt in Gang gesetzt und in Infrastruktur investiert, was wir dann nicht mehr im Laufen halten können, weil uns die CSA-Budgets der Firmen dann nicht mehr zur Verfügung gestellt werden. Und das ist eben das große Risiko, wie skalierst du etwas nachhaltig, also langfristig, wenn wir finanziert sind über freiwillige Töpfe, die in der ganzen Welt verteilt sind und verteilt werden? Ja, und dann sind wir beim Stichwort Deutschland und der deutschen Verantwortung natürlich. Deutschland ist der größte Plastikerzeuge in der Europäischen Union. Das allein macht die Regierung ja auch schon zum Ansprechpartner für dich. Und wenn wir noch mal zurückkehren zu dieser US-Studie der National Academies of Science, Engineering and Medicine, demnach erzeugt jeder US-Burger im Schnitt 130 kg Plastikmüll pro Jahr, gefolgt von Südkorea mit 88 kg pro Jahr. Und dann kommt auch schon ganz schnell Deutschland mit 81 kg pro Kopf pro Jahr. Und diese Zahlen stammen aus dem Jahr 2016. Der EU-Durchschnitt liegt bei 55,5 kg, das heißt weit darunter. Deutschland ist also nicht nur einer der größten Erzeuger, sondern verbraucht auch wahnsinnig viel Plastik. Damit ist die deutsche Regierung definitiv in der Verantwortung. Und die Frage ist, ob sie denn für dich und Plastikfischer ein guter Ansprechpartner wäre. In jedem Fall. Wir alle haben unseren Beitrag zu leisten, um privaten Konsum einfach Plastik zu reduzieren. Wir haben natürlich den Luxus in Deutschland, dass bei uns der Mercedes-Truck das Plastik sortiert, abholt. In Deutschland sind wir sehr gut aufgestellt, was zum Beispiel das Fundsystem angeht. Für uns ist das selbstverständlich, aber das gibt es in den allermeisten Ländern, gibt es kein Fund. Und das würde so viel schon lösen. Also da sind wir gut aufgestellt, lass uns gucken, dass man das Fund auch zum Fundautomat bringt. Das gibt Geld und das erhöht die Recyclingquote. Mülltrennung, super wichtig. Da hilft man der Abfallwirtschaft auch total. Aber auch natürlich die Reduzierung von Plastikmüll im eigenen Bedrauch ist sehr wichtig und hilft. Wird dann auch am Ende die Produzenten dazu zwingen, wenn man weniger Plastik eingepackt ist, zu erkauft, dass sie sich umstellen lassen. Dann hattest du gesagt, was ist mit der Elbe oder mit den deutschen Plastik-Tragen auch Plastik ein. Und das sind natürlich auch Tonnenweise, was eine Menge ist. Wenn ich mir überlege, dass der Cheater um knapp 5000 Tonnen pro Tag in die Meere einträgt, setzt das natürlich etwas ins Verhältnis, warum wir vor Ort sind. Und da kann man dann sagen, wenn die 44 Tonnen im Kohl nicht fett machen, wenn am anderen Ende der Welt das fast überläuft, kann ich auf jeden Fall nachvollziehen. Das ist auf der Grund, warum wir dort arbeiten, nichtsdestotrotz sind wir in einer sehr privilegierten, privilegierten Situation in Deutschland und haben ganz andere Möglichkeiten, auf Plastik zu verzichten oder es davor zu bewahren, in die Umwelt zu gelangen. Aber das habe ich den Fahrendlein ein bisschen verloren. Ist es Ihnen um Deutschland, ob die deutschen Ministerien vielleicht hier auch hilfreich sein könnten? Ja, ich würde es mir wünschen. Ich meine, wir sind eine Firma, die in den Ländern hilft, wo Deutschland auch beispielsweise relativ viel Geld über die GIZ hintransferiert. In Indien, Indonesien, es passiert dort viel. Bisher haben wir keinen Cent Unterstützung bekommen von irgendeiner Regierung und sind da relativ auf uns allein gestellt. Ich würde es mir wünschen, wenn wir oder Firmen, wie wir unterstützt werden würden, um vor Ort Projekte zu implementieren. Plastikfischern nimmt da einen relativ interessanten Platz ein, weil wir sagen, wir bringen nicht die ganzen Deutschen dorthin, die das Projekt dann umsetzen, sondern wir schaffen wirklich Jobs vor Ort und lassen die Leute das Problem selber angehen. Ich glaube, das ist super wichtig und erzeugt auch eine Menge Kredibilität in der Community und in dem Land und ist auch das richtige Zeichen, dass wir jetzt hier nicht die schlauen Deutschen brauchen, die mit ihren Booten oder ihrer Technologie irgendwo hinfliegen, sondern lasst es die Leute vor Ort selber bauen und managen, dann kann man es nämlich auch skalieren und dann kann man es auch reparieren und dann kann man es den Leuten auch anständig verklickern, was das Problem ist. Das kann man besser, wenn man eben die eigene Sprache spricht und die Kultur kennt. Und du hast ja vorhin auch erwähnt, ihr habt eure Technologie von Trashboom open source gestellt. Das heißt, jeder Einzene, der sich jetzt aufgefordert fühlt, auch was zu unternehmen, kann sich jetzt runterladen bei dir, wie man das zusammensetzt, was das kostet etc. Ist das richtig? Grundsätzlich ja, wir haben jetzt keine Preisliste gemacht, aber kommt auch drauf an, wo man das Ganze baut. Das ist ja grundsätzlich ein Startpunkt für jede Person, die etwas unternehmen möchte in dem Bereich. Es wurde dadurch ausgelöst, dass wir 2019 von World Economic Forum geteilt wurden und Anfragen aus aller Welt bekommen haben und gesagt haben, wir brauchen diese Technologie. Dann haben wir uns gedacht, niemals werden wir in der Lage sein, in Mexiko, Kolumbien, Indien und auf der ganzen Welt, Afrika und Australien, irgendwas zu machen. Also geben wir den Leuten einfach unsere Anleitung. Denn wie gesagt, wir sind nicht Ingenieure und wir haben da was gebastelt, was funktioniert und dass man meines Erachtens mit einem beschuldeten Blick auch nachbauen kann, warum also nicht den Leuten das einfach machen. Also das kann jede Person gerne machen, aber es muss auch nicht jede Person selber nach Indien gehen oder Indonesien einen Trashbund bauen, sondern das können sie auch uns machen lassen. Wir sind vor Ort, wir wissen, was wir tun. Flüsse sind auch relativ schwierig, schwierig ist Taran und man kann uns unterstützen. Man kann mit der Firma, mit der eigenen Firma oder mit der man arbeitet, unsere Arbeit pro Tonne Plastik bezahlen, die wir herausholen und verarbeiten, das Ganze wird verifiziert und als Individuum kann man das eben auch machen und seinen eigenen Plastikfußabdruck kompensieren. Und wir werden das dann machen und das ist die einzige Möglichkeit, dass wir unsere Arbeit in Zukunft finanzieren können. Fürm oder Individuen uns dafür bezahlen, was wir tun. Ich hoffe, das haben jetzt auch sehr viele gehört und werden jetzt sagen, wie heißen die noch Plastikfischer? Wie erreichen die? Plastikfischer über eure Website, richtig? Genau, also Plastikenglisch, Fischer Deutsch, Plastikfischer.com. Auf Instagram findet man uns und auf LinkedIn. Okay, wunderbar. Und ja, also ich könnte jetzt natürlich noch eine halbe Stunde nach dem Fragen stellen, aber ich denke, wir sind hier schon gut eingetaucht und wir werden weiter in Kontakt bleiben und gucken, was noch verbessert werden kann. Vielen, vielen Dank. Auf jeden Fall schon mal, Carsten, dass du Zeit hattest, uns hier mit dieser Materie vertraut zu machen und auch, dass du schon so weit gekommen bist. Das ist ja wirklich ein ganz großer Schritt gewesen und ja, und deshalb bist du auch einer der Top-Innovatoren jetzt. Ja, und ich wünsche dir alles, alles Gute. Ja, vielen Dank. Ich denke, wir sind noch relativ am Anfang. Wir haben schon gut was geschafft, vor allem, das ist glaube ich auch ganz wichtig, das Team. Das Team macht es wirklich aus. Wir arbeiten sehr, sehr hart. Daran, alle sind sehr, sehr, ja, dedicated. Ich weiß ja, das Deutsch überhaupt nicht, aber die wollen wirklich einen Unterschied machen. Die arbeiten jeden Tag in Indien und Indonesien in einem dreckigen Umfeld, holen Plastik raus, sammeln, sortieren es. Also die arbeiten wirklich hart und verdienen es, unterstützt zu werden, auch die Anerkennung zu bekommen. Ich bin derjenige, der dann immer redet oder zum World Economic Forum fährt, aber ich glaube, die alle in Plastikfischer machen einen sehr, sehr großartigen Job. Und ja, das ist wirklich ein Team-Effort und ich bin da sehr, sehr stolz, die Leute gefunden zu haben, die da mit mir und uns an einem Strang ziehen. Und ich hoffe, dass das die Möglichkeit ist, dann eben auch einen großen Unterschied zu machen. Auf jeden Fall. Alles Gute. Gut, vielen Dank, Sibylle.