Easy German: Learn German with native speakers | Deutsch lernen mit Muttersprachlern

654: So sind die Deutschen

31 min
Apr 7, 202612 days ago
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Summary

Easy German hosts discuss stereotypical German characteristics and cultural traits through a 'Top or Flop' rating system. Hosts Kari, Manuel, and Janusz evaluate German cultural practices including punctuality, window ventilation (Stoßlüften), bread culture, recycling, planning, order, and Sunday rest, exploring what truly defines German identity and culture.

Insights
  • German cultural identity is not monolithic—even native Germans don't conform to all stereotypes, with Berlin residents particularly non-conformist to traditional German traits
  • Environmental consciousness in Germany may be performative; citizens feel virtuous about recycling while maintaining high per-capita CO2 footprints from heating and consumption
  • Socialization and upbringing determine cultural identity more than ethnicity or birthplace; Manuel identifies as German despite Polish heritage because he was raised in Germany
  • German bureaucratic systems prioritize rule-following over flexibility, creating friction in customer service and administrative processes compared to other developed nations
  • Planning culture in Germany reflects deeper values around efficiency and control, but creates rigidity that conflicts with spontaneity and adaptability
Trends
Cultural identity formation through socialization rather than genetics or nationalityTension between environmental virtue signaling and actual carbon footprint reductionGenerational shift in German attitudes toward evening meals and traditional food cultureGrowing frustration with rigid bureaucratic systems in modern GermanyDeclining adherence to traditional German stereotypes among younger urban populationsIntegration of non-German immigrants into German cultural norms and valuesSustainability practices as identity markers rather than effective environmental policyWork-life balance emphasis through institutionalized rest days (Sundays, quiet hours)Preference for planning and predictability as stress-reduction mechanismCross-cultural comparison of communication styles (direct feedback vs. sensitivity)
People
Kari
Main host who prepared and led the episode discussing German cultural characteristics
Manuel Salman
Co-host of German-Polish heritage who explains German cultural practices and provides perspective
Janusz
Polish-born co-host with 40 years German citizenship who provides outsider perspective on German culture
Jeremy
Referenced friend who complained about bread-only meals in German hospitals, illustrating cultural differences
Quotes
"Ordnung ist das halbe Leben"
JanuszOrdnung/Order discussion
"Ich fühle mich eigentlich hundertprozentig als Pole. Aber als Pole, der Deutschland mir liebt als Polen."
JanuszIdentity discussion
"Wir sind in vielen Bereichen. Ja, aber nur in dem Sinne, dass die Bürokratie in Deutschland nicht ordentlich genug arbeitet."
ManuelBureaucracy discussion
"Die Deutschen, zumindest die Berliner Deutschen sind 75% nicht deutschkonform"
KariIntroduction to stereotypes
"Ordnung macht dein Leben leichter, macht dein Leben chaotischer, wenn du es willst."
JanuszOrder discussion
Full Transcript
Hallo, willkommen zurück im Easy German Podcast. Heute mit Manuel Salman. Hallo, Kari und Halli Hallo von Janusz auch. Ihr habt meinen Rhythmus nicht weitergeführt. Schade. Macht ihr nichts? Wir begrüßen euch heute wieder zu dritt. Wir haben nämlich ein Top-Thema vorbereitet bzw. ich habe heute ein Top-Thema vorbereitet. Ist es ein Top-Thema oder ist es? Top oder Flop? Genau, das werden wir heute besprechen. Top oder Flop ist unsere bekannte Kategorie, in der wir Dinge bewerten, aber nur mit zwei Extremen. Entweder super oder schlecht. Binär sozusagen. Ja oder nein. Eins oder null. Schwarz oder weiß. Genau. Love it or hate it. Yes. Die Idee daran ist, dass wir euch unterhalten. Das heißt, es gibt nur zwei Kategorien, die man abstimmen kann. Und zwar zum puren Entertainment. Es ist wichtig, dass ihr nachher wieder unter diese Podcast-Episode oder unter dieses Video schreibt, denn das hier heute ist auch als Video bei YouTube verfügbar. Hey, wieso seid ihr so zweiseitig oder so einseitig? Das ist die Idee heute. Wir bewerten Dinge. Und unser Thema heute, das ist richtig lustig, Leute. Ja. Wir reden heute über deutsche Eigenarten. Das ist gut. Janusz und ich sind nicht vorbereitet. Richtig. Janusz ist nicht mal deutsch. Eben. Aber das ist die ganze Idee. Was sind Eigenheiten? Erst mal oder Eigenarten? Ein ähnliches Wort. Etwas, was den Deutschen zu eigen ist. Das heißt. Typisch deutsche Dinge. Typisch deutsche Dinge. So sind die Deutschen und andere Kulturen sind vielleicht nicht so oder weniger so. Genau. Wir müssen darüber auch herausfinden, wie typisch deutsch ihr oder wir eigentlich sind. Als Hintergrund. Janusz, du sagst, du bist nicht deutsch. Du hast die deutsche Staatsbürgerschaft. Seit 40 Jahren. Aber du bist nicht in Deutschland geboren. Du kommst aus ... Polen. Aus Polen. Und heute fühlst du dich als Deutscher oder als Pole oder beides? Ich fühle mich eigentlich hundertprozentig als Pole. Aber als Pole, der Deutschland mir liebt als Polen. Der ungefähr. Also Deutschland ist schon meine Heimat geworden. Und ich bin sehr gerne hier und ich bin sehr glücklich hier. Aber wenn es einen so ein Messer gebe, so ein Untersuchungsmaschine, ja, und sie würde mich scannen und meine Eigenschaften gucken, dann wäre ich mit Sicherheit 99 Prozent, aber 99 Prozent. Ja, das werden wir gleich mal prüfen. Manuel, du bist der Sohn von Janusz und bist theoretisch 25 Prozent polnisch. Wie sehr? 25 Prozent. Er 50. Rechnen war nicht meine Stärke. Da war ein Papa und eine Mama. Genau. Du hast ja eigentlich ... Meine Mama ist Deutsche. Du bist ursprünglich mal Pole, wie du gerade schon erklärt hast. Janusz ist ja halb Deutsch. Ja, aber auch aus einer geschichtlich gesehen deutschen Familie. Okay, aber darum geht es ja heute nicht. Es geht ja um ... 25 Prozent. Es geht ja um die Sozialisierung. Genau, du bist in Deutschland aufgewachsen. Dein Vater hat dir nicht mal Pole beigebracht als Kind. Ja. Ja, ja, ja. Barsoz. Barsoz. Barsoz. Weil der Gedanke war, ich wollte, dass Manuel von hier ist. Aha. Das werden wir jetzt rausreden. Wäre ich nach Schweden, wäre ich nach Amerika ausgewandet, dann wäre Manuel in Amerikaner oder ein Schweder. Aber er ist ... ich bin selber als Kind sehr oft umgezogen mit meiner Familie. Und ... es ist ... und deshalb dachte ich mir oder denke ich bis heute, es ist wichtig, dieses Gefühl haben, ich bin von hier. Wir werden das jetzt testen. Ich habe eine ganze Liste mitgebracht mit deutschen Eigenarten, mit deutschen Eigenheiten. Ihr kennt diese Sachen. Wenn ihr jetzt zuhört oder zuschaut, dann werdet ihr vielleicht denken, ah, das kenne ich, das ist typisch Deutsch. Manche Sachen sind natürlich auch typisch für andere Länder. Aber wir gehen jetzt mal die Liste durch von Sachen, von denen man sagt, dass sie typisch Deutsch sind. Aber ich muss einen Disclaimer davorstellen. Also es ist ... es ist zum Spaß alles. Weil ich habe das Gefühl, die Deutschen, zumindest die Berliner Deutschen sind 75% nicht deutschkonform. Gut, das werden wir jetzt testen, Janusz. Wir können ja mal die Liste durcharbeiten. Fangen wir an mit Punkt eins. Pünktlichkeit ist eine soziale Pflicht. Wenn man unpünktlich ist, gilt das auch als unhöflich. Und wir haben auch schon mal ein Video dazu gemacht und haben Leute gefragt, ob sie pünktlich sind. Die Definition der Deutschen von pünktlich ist fünf Minuten zu spät, geht noch. Aber darüber hinaus ist es eher unhöflich. Man kommt nicht zum Beispiel zehn Minuten zu spät, ohne das anzukündigen. Es kommt auf den ... Kontext an. Kontext an. Wenn man einen Party oder einem ... vielleicht, wenn man zum Abendessen eingeladen ist, kann man auch 20 Minuten zu spät kommen. Aber zu einem Arbeitsmeeting, da hast du recht, sind fünf Minuten, ich glaube, in den meisten deutschen Firmen schon unhöflich oder unfreundlich. Ja, und sehr typisch beim deutschen Arzt. Ja? Wenn du drei Minuten zu spät kommst, bist du schon ... man ... ja, du bist dann unverschämt oder du respektierst ihr Arbeit nicht oder du ... es ist ein Verbrechen, zu spät zu dem Arzt zu kommen. Aber dann, siehst du dich hin und wartest 50 Minuten, das ist erlaubt, das ist gut. Ich hab hier in meine Sendungsvorbereitung als Notiz geschrieben, Janusz ist schon bei zwei Zahnärzten rausgeflogen, weil er Termine verpasst hat oder zu spät gekommen ist. Ja. Du hast also gelitten unter dem ... Ich hab gelitten und ich hab mich aber tatsächlich um erziehen lassen. Aha. Mittlerweile denke ich wirklich, ich hab zwei Ärztinnen, die ich regelmäßig besuche und ich würde mich selber schämen, wenn ich zu spät komme. Oh, okay. Sehr gut. Dann jetzt die Frage. Pünktlichkeit. Top oder Flop? Top. Top. Wow, High Five. Janusz! Okay, Nummer zwei. Stoßlüften als Lebensphilosophie. Manuel, was ist Stoßlüften? Stoßlüften ist sehr wichtig. Du solltest es noch nicht bewerten, du solltest es nur erklären. Ja, ich erkläre es. Und zwar bedeutet Stoßlüften, ich sag erst mal das Gegenteil. Das Gegenteil ist entweder die Fenster gar nicht öffnen in der Wohnung oder im Haus oder die Fenster nur ein kleines bisschen öffnen über einen langen Zeitraum. Auf deutsche Fenster kann man auf Kipp stellen, das heißt, sie werden so gekippt und dann bleibt ein kleiner Spalt offen. Das Problem dabei ist, gerade wenn es draußen kalt ist, dass dann die Wände und die Möbel und die Gegenstände in der Wohnung auskühlen und das will man vermeiden. Man möchte nur die ganze Luft einmal austauschen, die Feuchtigkeit raus, frische Luft rein und dafür reist man einmal alle Fenster in der Wohnung gleichzeitig auf, so weit wie möglich, für fünf Minuten und dann wieder zu. Und das am besten dreimal täglich. Manuel! Ja. Finde ich gut, wie du das erklärt hast. Jetzt erste Frage. Stoßlüften, Top oder Flop? Was sagt ihr beide? Top. Und ich schon wieder, ich habe mich auch umerziehen lassen. Umerziehen, was bedeutet das? Das heißt, ich war anders drauf. Ich habe gerne gelüftet, so wie du das genau, so wie du das erzählt hast, also ein Fenster auf Kipp. Das ist allerdings, als ich noch in Polen lebte, ja, mit meinen Eltern, dann gab es bei den Heizkörpern nicht mal ein Regulator. Ein Regler. Ein Regler, der war angerostet, der hat kein Mensch, hat das benutzt, sondern man regulierte die Temperatur mit dem Fenster einfahren. Und ich wollte sagen, ich habe mir aufgeschrieben, in meiner Notiz, Janos lebt immer noch wie im Kommunismus, die Heizung auf fünf und die Wärme im Raum wird über das Fenster reguliert. Aber trotzdem mit Stoßlüften. Also ich mache das Fenster auf und sobald es dann angenehmer wird, wieder zu. Okay, Heizung an und Fenster auf, gleichzeitig, das ist wiederum nicht sehr deutsch. Nein, aber das ist etwas, was mir passiert ist. Aber normale Weise achte ich schon drauf. Sehr gut. Ja, ich kommentiere das jetzt mal nicht. Okay, es geht weiter und wir reden jetzt über die Liebe zum Brot. Brot ist in Deutschland nicht ein Snack, sondern eine richtige Mahlzeit, vielleicht sogar eine Identität. Ich erinnere mich daran an viele Gespräche, aber vor allem mit meinem guten Freund Jeremy von Ziedlen, liebe Grüße, der sich darüber beschwert hat, dass es im Krankenhaus in Deutschland zum Frühstück und zum Abendessen nur Brot mit Aufschnitt gab. Und ich sagte, ja, wieso? Das ist doch eine gute Mahlzeit. Und er meinte, nein, Brot alleine ist doch keine Mahlzeit. Was sagt ihr? Brot, Top oder Flop? Top, aber auch aus der polnischen Seite. Also das muss man vielleicht anmerken. Polen und Deutsche liegen viel näher, als man das haben will oder sehen will. Wieso sehen will? Als man denkt. Als man denkt, ja. Also in Polen ist Brot vererrt, geliebt, lecker. Früher in meiner Zeit gab es nur eine Sorte Brot, aber es war richtig lecker. Und jetzt gibt es womöglich noch reicher als in Deutschland. Also es gibt alles quer durch. In Deutschland gibt es wirklich extrem viele Brotarten. Und dass man das mit einem Aufstrich als Mahlzeit betrachtet, steckt ja schon im Wort Abendbrot. Das ist unser Wort für Dinner oder wie sagen das sagen die Amerikaner. Ich glaube die Sapa sagen die Britinnen. Und wir nennen das einfach das Evening Bread, ist ja schon im Namen. Stimmt, Abendbrot. Da muss ich sagen, war ich früher sehr deutsch. Mittlerweile mag ich das auch abends etwas Komplexeres zu essen. Da habe ich mich umerziehen lassen. Aha. Ja, also ich denke aber trotzdem, deine Frage war ja Brot, Top oder Flop. Und dass wir so viel leckeres Brot haben mit Curnern und Vollkorn und allen Variationen müssen. Möhren. Möhren im Brot. Ah, liebe ich, das ist Top. Ein deutlich Top, ja. Wir machen weiter. Es geht jetzt um das Thema. Wir werden alle Top sammeln für alles in Deutschland einfach. Alles ist Top. Es gibt ja auch einen Grund, warum ihr hier lebt. Sonst wärt ihr vielleicht schon weggezogen. Ich bin mal gespannt, weil ihr könnt jetzt zu Hause auch gerne mitbewerten. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr auf easygerman.fm oder bei YouTube unter diesem Video einen Kommentar schreibt und nochmal eure Liste macht. Also vor allem die von euch, die schon in Deutschland leben und das jeden Tag erleben, was hier passiert. Da würde ich mich nochmal freuen, wenn ihr die Liste nochmal mitschreibt und dann Daumen nach oben oder unten dahinter schreibt. Punkt 4 ist die bekannte Mülltrennung. Wir trennen gerne Müll, aber es ist für uns noch mehr als nur eine Notwendigkeit. Es ist ein System, das wir gerne mögen und das wir aus Überzeugung durchführen. Manuel, trennst du Müll? Findest du das gut oder? Selbstverständlich trenne ich den Müll. Das ist ja auch, also zumindest bei mir steht das im Mietvertrag, glaube ich, oder in der Hausordnung. Aha. Und das ist schon eine Pflicht. Ich finde das auch gut, aber was ich nicht gut finde oder wo ich glaube, was passiert ist, dass wir das überbewerten. Also ich glaube, wir Deutsche, ich rede mal so im Kollektiv, wir sind ganz stolz darauf und denken, wir sind so umweltfreundlich, weil wir brav unseren Müllsortieren und recyceln und gleichzeitig stoßen wir im Schnitt, glaube ich, 11 Tonnen CO2 aus im Jahr, was sehr hoch ist im weltweiten Vergleich und tun auch viele andere Dinge, die der Umwelt nicht so gut tun. Und ich glaube, da haben wir ein falsches Selbstbild. Also wir denken, weil wir Papier und Plastik und Bio trennen, dass wir die Welt retten und das tun wir aber nicht. Ich habe das schon dieser Geschichte, habe ich seit Jahren immer wieder erzählt. Dass die Deutschen einfach sich besser fühlen wollen. Sie, Sie, Sie, Ihre ... Unsere. Nutz ruhig. Unsere. Unsere. Ja. Unsere, dieser Fußabdruck von den Abfällen und ... CO2 Fußabdruck. CO2 Fußabdruck von jedem Deutschen ist riesig, ja, weil jeder Deutsche lebt ein ganzes Leben lang in einem beheizten Haus und im Krankenhäuser und alles, alles, was jeder Deutsche in Anspruch nimmt, das trägt zu dieser, zu der Größe der CO2 Fußabdruckes. Und was macht dann der Deutsche? Der trennt fleißig den Müll und hat dann einen guten Gefühl, einen guten Selbstgefühl. Ja, ich trage da was sehr Wichtiges für Umwelt ein. Also sagen wir flopp. Echt? Nein, top, absolut top. Trotzdem top. Es ist ja auch top. Es ist nur überbewertet. Wenn ich nicht Müll trennen würde, dann hätte ich das Gefühl, ich schmeißen Müll bei mir in der Küche in die Ecke auf so einen Haufen. Das ist undenkbar. Ich bin letztes Mal mit meinem Essenmüll, Essenrest der Müll. Den wollte ich wegbringen und diese Mülltonne war weg. Und ich dachte, ah, okay, ich habe dann diese Reste, diese Essenreste in den normalen Müll weggeschmissen. Restmüll. Und ich habe bis jetzt gewissen bis es. Ja, richtig so. Oh Gott, was habe ich da getan? Geil. Okay, eigentlich hatte ich ja gehofft, dass ihr vielleicht ein bisschen mehr auseinander geht bei euren Meinungen. Ich wollte es etwas kontroverser. Vielleicht beim nächsten Thema. Es geht jetzt um das Thema Planen. Deutsche lieben Planen. Schon Wochen im Voraus wird der Kalender gefüllt. Ich werde jedes Jahr schlimmer. Ich mache jetzt schon Pläne für in sechs, sieben Monaten. Und ich liebe es. Aber die Down-Zeit, der Nachteil ist natürlich die fehlende Spontanität. Wir sind oft sehr überfordert, wenn ein Freund anruft und sagt, hey, wollen wir heute Abend ins Kino gehen? Geht nicht, weil der Kalender ist schon voll. Oder meine Frau kommt am Sonntag zu mir und oh, gehst du mit zu einer Demo? Ja, warum nicht? Ist es so? Ja, weil ich das nicht geplant habe. Okay, also jetzt frage ich euch. Planungssicherheit statt Spontanität. Top oder Flop? Top. Höchster Top sogar. Du? Wir lachen, weil... Es ist ja klar, warum fragst du uns? Nein, ich würde lachen, weil ich das Gefühl... Also für mich ist es auch ein Top. Ja. Aber ich habe das Gefühl, dass du jetzt Top sagst, aber auch die Spontanität feierst und eigentlich eher auf der Seite der Spontanen stehst im Leben. Aber finde etwas Spontanes in meinem Leben. Ja, er kann nie Spontan das Haus verlassen. Das muss ich am besten schon einen Tag vorher wissen. Ja. Und wenn du mein Day One analysieren würdest, ich schreibe jeden Tag... Dein Tagebuch. Mein Tagebuch, wobei ich mittlerweile seit Jahren nicht mehr aufschreibe, was ich getan habe an oder gedacht habe an diesem Tag, sondern ausschließlich eine lange Liste Sachen, die ich vorhabe oder die ich nicht vergessen soll oder die ich vorhabe zu planen, all diese Organisation. Und die kopiere ich jeden Tag von einem Tag zum anderen. Und dann mache ich kleine Veränderungen. Klingt nach einem... Die Planwarnsinn. Nicht so effizienten To-Do-System. Klingt ungesund. Ja. Ey! Wir müssen dich enttäuschen, Kari. Wir finden es beide Top. Also ich plane gerne. Wir lernen es notwendig. Okay. Vielleicht gibt es ja beim nächsten Thema unterschiedliche Vorstellungen. Das nächste Thema ist die Ordnungsliebe. Deutsche Liebenordnung. Deutsche Liebenregeln. Alles hat seinen Sinn und Zweck. Es gibt Bürokratie, es gibt Formulare und es muss immer so laufen, wie es das System vorgibt. Und es gibt sogar viele Sprüche, die dazu gehören. Beispiel Ordnung muss sein. Ordnung ist das halbe Leben. Wir haben auch ein Ordnungsamt, da sind Menschen dafür zuständig. Und es gibt auch diesen Spruch Alles ist in Ordnung. Ich wollte gerade sagen, Episode 3 des Easy German Podcasts hieß Alles in Ordnung. Alles in Ordnung. Und da haben wir über genau diese Themen gesprochen, auch über das Ordnungsamt. Genau. Und die wichtig Regeln sind in Deutschland. Richtig. Der Nachteil kann natürlich sein, dass man einfach ein System so akzeptiert. Man kann die Bürokratie nicht verändern, weil es einfach so ist. Ich frage euch jetzt Ordnungsliebe in Deutschland top oder flop? Hundertprozentig top, natürlich. Echt? Ja sicher, klar. Also ich finde es schwierig, denn du hast geschrieben Ordnungsliebe und Bürokratie. Hey, du sollst gar nicht auf die Liste gucken. Und ich lese mit dir Samywisch. Und die Bürokratie führt in Deutschland zu weit. Ist für mich ein Flop. Ja. Ich denke, wir sind in vielen Bereichen. Ja, aber nur in dem Sinne, dass die Bürokratie in Deutschland nicht ordentlich genug arbeitet. Nee, die Ordnungsliebe geht zu weit in Deutschland. Dass man das Gefühl hat, okay, wir müssen das so machen, weil das ist die Regel. Es gibt gar keine Idee dafür, dass man, also wir sehen das ja auch bei den Menschen, die wir treffen, die versuchen, etwas anders zu gestalten, effizienter zu machen, flexibler zu machen, die stoßen in Deutschland auf Widerstand, weil es einfach viele gibt, die sich nicht verändern wollen und die die Regeln einfach so akzeptieren, wie sie sind. Also erstens Deutschland ist nicht gleich Deutschland, Berlin ist nicht gleich Deutschland. Normalerweise arbeiten die Ordnungsämter effizienter. Als die Ämter in Berlin habe ich gehört. Ich habe keine Erfahrung damit gemacht. Aber nochmal, Ordnung ist, oh, ich habe den Spruch vergessen, die Hälfte halbe. Das halbe Leben. Das halbe Leben, ja. Und das merke ich gerade an mir. Ich bin ein Messi. Und mein Zimmer sieht aus wie Saustall. Sieht wie Saustall aus. Wie ein Saustall aus. Wie ein Saustall aus. Und ich gucke es mir manchmal an und mittere Weile beweine ich mich selber so ein bisschen, ja, weil ich dann nicht wirklich genug die Zeit habe, um das aufzurömen. Und umso mehr liebe ich diesen Begriff Ordnung und diese Liebe zu Ordnung. Und ich verspreche mir immer wieder, dass ich Ordnung bringe in mein Leben und in mein Zimmer. Vielleicht kann dein Sohn dich dann noch inspirieren. Der hat ein Ordnungssystem. Also was mir fehlt in unserer Gesellschaft und das ist so ein bisschen das Gegenteil, ist Flexibilität. Wenn man mit Ämtern zu tun hat, Versicherungen, Krankenversicherung, großen Firmen, Kundensupport, da gibt es oft in anderen Ländern einfach mehr Flexibilität, dass da jemand sitzt und diese Person ist empowered. Die hat die Macht befähigt. Danke, die Person ist befähigt und hat die Erlaubnis und Macht bekommen, auch mal eine Ausnahme zu machen oder zu sagen, okay, wir machen das so, wir lösen das auf diesem Weg. Und in Deutschland geht nichts ohne das richtige Formular, die richtige Reihenfolge, die richtige Person. Und das ist frustrierend. Deswegen ist es für mich ein Flop. Aber du argumentierst offensichtlich nur für eine bessere Ordnung, für eine flexiblere Ordnung, effizientere Ordnung. Am Ende willst du noch mehr Effizienz haben, also noch mehr Ordnung. Also top. Manuel, kannst du mir noch mal einen Schluck Tee einschenken? Sehr gerne. Das wäre sehr nett. Gut, ich würde sagen, Manuel, zieh dich mal zurück aus der Liste, damit du noch ein bisschen Überraschung hier hast. Okay. Und ich gehe weiter zum nächsten Punkt. Und zwar ist das die Sonntagsruhe. Sonntag ist in Deutschland ein heiliger Tag. Nicht unbedingt, weil da alle so gläubig sind, sondern es ist eher, es ist wichtig, dass man am Sonntag sich erholt, dass man nichts macht. Es wird nicht gestaubsaugt, es wird kein Krach gemacht. Man ist zu Hause und entspannt sich. Und was sagt ihr dazu? Diese Sonntagsruhe? Top oder Flop? Top. Das Schöne daran ist, dass man z.B. Samstagabend oder auch Sonntagstagsüber etwas organisieren kann, ein soziales Event. Und die meisten Menschen, natürlich gilt das nicht für alle Menschen, die bei der Feuerwehr, Polizei usw. arbeiten müssen trotzdem arbeiten, aber sehr viele Leute haben frei. Und dann kann man was zusammen organisieren und das ist super. Ja und außerdem, so gut wie alle Leute, bis auf die Menschen, die dazugezogen sind, ist das seit immer so. Das heißt, wir haben das in der DNA sozusagen. Aber ich muss sagen, dass bei mir die Sonntagsruhe so weit geht, dass ich auch gar keine Lust habe, Sonntags was zu organisieren. Das ist mein spontaner Tag, wenn überhaupt. Aber ich mache wirklich selten Pläne für einen Sonntag. Ich sei denn, ich fahre jetzt in eine andere Stadt und besuche jemanden. Ansonsten ist der Sonntag für mich wirklich heilig, dann mache ich keine Pläne. Ja und ich glaube, der Sonntag ist für dich heilig, aber ohne dass du das jetzt dir vorgenommen hast, und es ist ein Naturell. Okay, super. Unser nächster Punkt hat auch was mit dem Thema Ordnung zu tun, aber es ist ein spezifischer Aspekt der Ordnungsliebe. Es ist die gute alte Hausordnung. Was ist eine Hausordnung, Manuel? Die Hausordnung bekommt man dann ausgehändigt, wenn man in eine Wohnung zieht, in einem Haus, in einem Gebäude, in dem auch andere Wohnungen sind, in dem man gemeinsam mit anderen Menschen lebt. Und da gibt es eine Hausordnung, das sind Regeln, wie man sich in diesem Haus zu verhalten hat und was man tun darf und vor allem was man nicht tun darf. Janusz, kannst du uns ein Beispiel nennen? Was steht in der Hausordnung bei uns? Kann ich nicht. Hast du die Hausordnung schon mal gelesen? Habe ich noch nie. Aber ich weiß instinktiv einige Sachen. Zum Beispiel nach 24 Uhr muss man ruhig sein. 22 Uhr. Nach 22 Uhr. Zum Beispiel zwischen 12 und 2 gibt es die Mittagsruhe auch. Zwischen 1 und 3. Das ist jetzt der Moment, wo man merkt, okay, dein Sohn ist der Deutsche und du nicht. Ja, aber ich glaube auch, dass viele Deutsche das instinktiv begreifen. Ja, die beiden Sachen sind, glaube ich, sogar gesetzlich verankert. Und in der Hausordnung, die meisten Hausordnungen sind gleich, aber das steht dann zum Beispiel auch noch, dass man das Treppenhaus sauber halten muss. Wie man richtig lüftet, steht in der Hausordnung. Das ist auch sehr wichtig. Das Wort ist in meiner Hausordnung drin. Also, was sagt ihr jetzt am Ende? Hausordnung, Top oder Flop? Eindeutig Top. Ich finde es lustig, wie engagiert Janusz sich für die Ordnung einsetzt. Aber ja, es ist schon richtig, dass wir regeln haben. Ja, weil die Ordnung macht dein Leben leichter, macht dein Leben chaotischer, wenn du es willst. Weil die Realität um dich herum geordnet ist. Ich muss mich nicht herum kümmern. Ich kann mich entspannen. Ordnung ist die Hälfte des Lebens. Das halbe Leben. Ordnung ist das halbe Leben. Okay, Leute, ich habe noch einige Themen. Ein paar können wir vielleicht für die Aftershow aufbewahren. Was ist die Aftershow? Die Aftershow ist ein Teil nach jeder Podcast-Episode. Da quatschen wir noch ein paar Minuten weiter. Und als Mitglied von Easy German bekommt ihr diese Aftershow. Als eine von vielen Parks und die Infos dazu findet ihr auf unserer Website. Werdet ein Mitglied und hört euch zu jeder Episode extra Material an. Ja, wir machen jetzt aber mit den Sachen, die wir noch haben, eine kleine Blitzrunde. Ich sage kurz, was es ist und ihr sagt direkt Top oder Flop. Weihnachtsmarkt, Top oder Flop? Flop. Tatort gucken am Sonntag. Flop. Was ist der Tatort? Es ist so eine Krimiserie, die seit Jahrzehnten läuft in Deutschland. Habe ich noch nie gesehen, aber ich habe gehört davon. Nackt sein müssen in der Sauna. Top. Top. Wirklich? Du magst das doch nicht, Janosch? Oh doch. Ich schäme mich. Das ist was anderes. Super. Wir haben noch ein paar weitere Themen. Ich würde sagen, die besprechen wir gleich in der Aftershow. Vielleicht noch ein Thema hier. Und zwar diese Idee von Deutsche beschweren sich gerne. Und geben auch immer so Verbesserungsvorschläge. Man sagt, es geht zu jemandem und sagt, das muss anders laufen. Auch nicht sehr sensibel. Aber man will, dass viele Deutsche haben dieses Gefühl, sie wollen etwas verbessern. Das Problem ist oft die Kommunikation. Was sagt ihr dazu? Dieses Ungefragt an Regeln erinnern. Das ist ein Flop und er tut weh, denn ich bin definitiv einer der Menschen, die das machen. Ich bin auch schon total oft in dieser Sendung festgestellt. Dass wir auf Reisen gehen. Ich will jetzt nur über mich selbst sprechen. Und ich dann sehr viele Vorschläge habe, was man in anderen Ländern, in anderen Firmen, anderswo besser machen könnte. Das ist schon ein bisschen nervig. Aber bist du jemand, der Ungefragt Verbesserungsvorschläge macht? Natürlich. Mindestens denke ich sie. Ich spreche sie auch aus. Für mich ist das eindeutig ein Top. Weil ich damit vertraue, dass es Menschen gibt, die Vorschläge machen, die sich darum kümmern. Ich bleibe meistens sehr indifferent, sehr gleichgültig. Ich habe keine Ideen, will auch keine Ideen haben. Es nervt, ich habe keine Zeit dafür. Ich muss weg hier und meine Gitarre spielen. Ihr macht das schon. Das ist diese Delegation, für die ich sehr dankbar bin. Das war ein schönes Schlusswort, Janusz. Wir sprechen gleich noch ein bisschen weiter in der Aftershow, die ihr als Easy German Mitglied hören könnt. Wir bedanken uns erst mal. Bei dir, Karin. Dass du das Sendung vorbereitet hast. Ich wollte mich bei unseren Zuschauerinnen und Zuhörer bedanken, dass sie uns so lange zugehört haben. Und mit uns Deutsch gelernt haben. Bis bald. Ciao.