Der Große Neustart

Weltparlament der Bürgermeister: Städte müssen an den globalen Entscheidertisch

60 min
Dec 8, 2021over 4 years ago
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Summary

Dr. Peter Kurz, chair of the Global Parliament of Mayors, discusses why cities must have a seat at global decision-making tables. Cities generate 85% of global GDP and house 54% of the world's population, yet remain excluded from UN climate negotiations and international governance structures. Kurz advocates for the Local Green Deal model and systemic urban planning reform to address climate adaptation and sustainable development.

Insights
  • Cities are systematically underrepresented in global governance despite being responsible for 80% of CO2 emissions and generating 85% of global GDP—they are treated as NGOs rather than legitimate government entities
  • Climate-induced migration will displace ~200 million people by 2050, primarily within national borders and into cities, yet urban adaptation capacity remains critically underfunded and under-resourced
  • Current sustainable development approaches focus narrowly on CO2 reduction while perpetuating unsustainable urban planning patterns (sprawl, functional separation); a broader systemic transformation is required
  • The gap between global climate consensus (Paris, Glasgow agreements) and local implementation reveals that governance structures, not just policy goals, must change to enable effective action
  • Mayors operate with pragmatic, integrated problem-solving approaches that transcend sectoral silos—this capability is underutilized as a strategic resource for global policy design
Trends
Decentralization of global governance: shift from nation-state-centric to multi-level governance models including cities as formal decision-making partnersUrban climate adaptation emerging as critical gap: focus on mitigation (CO2) overshadows adaptation needs in vulnerable cities, especially in Global SouthLocalization of international frameworks: EU Green Deal, UN Sustainable Development Goals being translated into city-specific implementation models (Local Green Deal)Climate-induced urbanization: rural-to-urban migration driven by climate events concentrating vulnerability in informal settlements without adequate governance capacityParticipatory urban transformation: large-scale citizen engagement in sustainability planning (Mannheim's 150+ stakeholder deals model) replacing top-down municipal governanceDigital disruption of state power: digitalization enabling non-state actors (cities, networks) to bypass traditional nation-state intermediaries in global coordinationGovernance-first sustainability: recognition that resource allocation and institutional design matter as much as technical solutions for climate goalsInformal settlement planning crisis: explosive urban growth in Global South creating unplanned cities vulnerable to climate disasters, requiring new governance models
Topics
Global Parliament of Mayors governance model and advocacy strategyLocal Green Deal framework and localization of EU climate policyCities' exclusion from UN climate negotiations (Paris, Glasgow outcomes)Climate-induced migration and urban adaptation in Global SouthSustainable urban planning vs. sprawl and functional separationMunicipal self-governance and decentralization in global governanceParticipatory city planning and stakeholder engagement processesInformal settlements and climate vulnerability in developing citiesG7/G20 engagement strategy for municipal representationFinancing and resource allocation for urban climate adaptationDigital transformation and non-state actor power in global coordinationGovernance structures as prerequisites for climate action implementationUrban resilience and disaster risk reduction in coastal megacitiesCapacity building for municipal climate adaptation in AfricaIntegration of local knowledge into global policy design
Companies
World Economic Forum
Sponsor of 'Der Große Neustart' initiative; framework for global economic transformation toward sustainability
European Union
Developer of European Green Deal; subject of localization efforts through Local Green Deal pilot projects
United Nations
Host of climate negotiations (Paris, Glasgow); criticized for excluding cities from formal decision-making structures
OECD
Referenced as research body emphasizing local governance as prerequisite for sustainable development
People
Dr. Peter Kurz
Guest discussing cities' exclusion from global governance and advocating for municipal representation at UN climate n...
Sibylle Baden
Host conducting interview on World Economic Forum's transformation initiative and urban sustainability
Benjamin Barber
Originator of concept that global democracy flows through cities, not nation-states; vision of 'cosmopolis'
John Kerry
Attended breakfast meeting with mayors at Glasgow climate conference; limited substantive engagement on municipal gov...
Anne Hidalgo
Referenced as aligned with Kurz's assessment of Glasgow climate negotiations and municipal representation gaps
Quotes
"Städte sind der Maschinenraum der globalen Wirtschaft. 54 Prozent der weltweiten Bevölkerung lebt hier. Sie erwirtschaften 85 Prozent des gesamten Bruttonationaleinkommens und sind verantwortlich für 80 Prozent der CO2-Emissionen."
Dr. Peter KurzOpening segment
"Kommunen als das anzuerkennen, was sie sind, eine Regierungsebene. Und eine wichtige Regierungsebene im globalen Maßstab. Wir werden einsortiert als NGOs, was widersinnig ist."
Dr. Peter KurzMid-discussion
"Wir organisieren zur Rettung unserer Welt einen Transformationsprozess gleicher Dimension, und zwar zum ersten Mal historisch als Erkenntnisprozess. Das heißt Top-Down im Prinzip. Wir haben eine Erkenntnis, eine kollektive Erkenntnis und wir steuern jetzt um."
Dr. Peter KurzOpening statement
"Die Städte werden auf der anderen Seite hier auch schneller reagieren, vermutlich, als das Nationalstaaten möglich ist, mit dieser Situation umzugehen und zu versuchen, Antworten zu finden."
Dr. Peter KurzClosing discussion
"Der Weg zur globalen Demokratie führt nicht durch die Staaten, er führt durch die Städte. Die Demokratie wurde in der antiken Polis geboren. Sie kann in der globalen Kosmopolis wieder geboren werden."
Benjamin BarberClosing segment
Full Transcript
Wir organisieren zur Rettung unserer Welt einen Transformationsprozess gleicher Dimension, und zwar zum ersten Mal historisch als Erkenntnisprozess. Das heißt Top-Down im Prinzip. Wir haben eine Erkenntnis, eine kollektive Erkenntnis und wir steuern jetzt um. Willkommen bei Der Große Neustart, einem Aufruf des World Economic Forums, die Welt smarter, grüner und fairer zu machen. Unterstützt wird die Initiative in Deutschland von Publizistin Siebille Baden, die sie mitnimmt auf eine Reise in ein neues Wirtschaftsmodell. Heute begrüße ich Dr. Peter Kurz, den Vorsitzenden des Global Parliament of Mayors. In den Hackgeboren versteht sich das globale Bürgermeister-Parlament als Leitungsgremium von und für Bürgermeister aller Kontinente. Sie teilen die Vision in der Bürgermeister gleichberechtigte Partner beim Aufbau einer globalen Struktur für eine nachhaltige Welt sind. Sie fordern einen Sitz am globalen Entscheidetisch. Warum? Städte sind der Maschinenraum der globalen Wirtschaft. 54 Prozent der weltweiten Bevölkerung lebt hier. Sie erwirtschaften 85 Prozent des gesamten Bruttonationaleinkommens und sind verantwortlich für 80 Prozent der CO2-Emissionen. Peter Kurz ist Oberbürgermeister der Stadt Mannheim. Er ist im Präsidium des Städtetages Deutschland und Präsident des Städtetages Baden-Württemberg. Gerade wurde ihm der World Mayor International Award für sein Engagement verliehen. Und in Glasgow beim UN-Klimagipfel hat er das Pilotprojekt The Local Green Deal vorgestellt. Lieber Herr Dr. Kurz, gehen wir direkt zum Local Green Deal. Wie genau sieht der aus? Der Local Green Deal ist eine Reaktion auf den European Green Deal, also das Programm der Europäischen Union. Und wir haben in Mannheim eine Konferenz der nachhaltigen Gemeinden und Städte Europas gehabt. IKLE ist die Organisation und haben dort eine sogenannte Message, Mannheim Message, verabschiedet mit einem Mal einer Verpflichtung, Selbstverpflichtung uns auf den Weg zu machen, den Europäischen Green Deal zu lokalisieren und auf der anderen Seite mit einem Appell an die Europäische Union. Genau diese lokale Dimension mit stärker zu berücksichtigen, haben dann als Stadt und auch als Pilotstadt verstanden, mal durchzudeklinieren zu beschreiben, was für ein lokaler Grüner Deal sein kann, sein soll. Und sind jetzt soweit vorgedrungen, dann würde ich mal sagen, dass wir, dies ist auch deswegen in Glass Group präsentiert haben, weil wir generell das Thema Lokalisierung der ganzen Klimaschutz und Klima-Adaptionsstrategien für extrem relevant halten. Und weil wir natürlich auf der anderen Seite auch die Chance genutzt haben, in einem direkten Dialog auch mit Vertretern der Europäischen Kommission zu kommen, um dieses Programm logischerweise auch von europäischer Ebene unterstützt zu bekommen. Sie haben vorhin gesagt, den Weg in die Nachhaltigkeit. Wie sieht denn der Weg in die Nachhaltigkeit jetzt aus für Sie konkret vor Ort? Wir haben zunächst einmal tatsächlich auch die UN-Nachhaltigkeitsziele für uns versucht zu konkretisieren, indem wir ein konkretes Light-Bild für Mannheim mit Bürgerinnen und Bürgern in einem großen Panik-Situation-Prozess auf Basis der 17 Nachhaltigkeitsziele beschrieben haben. Haben daraus auch Ziele abgeleitet, die vielleicht ein bisschen leichter, weil es auch weniger kreisbar sind, 7 Ziele für die Stadt, die basieren auf den Nachhaltigkeitszielen. Und wir sehen den Local Green Deal jetzt auch als eine weitere Konkretisierung. Das heißt, in diesem Programm und gleichzeitig Prozess, also es ist beides im Grunde genommen ein Rahmen und ein Prozess, das ist jetzt auch nicht abgeschlossen, das was wir da vorgestellt haben, sind Analysen, die wir durchgeführt haben und die eine Bestandsaufnahme beinhalten. Wo sind denn die Lücken in dem, was wir bisher schon vorhaben, was wir auf dem Schirm haben, was wir bearbeiten, was wir es mir beschleunigen, was müssen wir vielleicht überhaupt neu angehen, und zwar jetzt nicht als Stadtverwaltung, sondern als Stadtgesellschaft insgesamt. Den Prozess haben wir jetzt in den letzten, ja, kann man sagen, gut neuen Monaten, gut im dreiviertel Jahr durchgeführt haben, ungefähr 150 potenzielle Deals, also Vereinbarungen, zwischen uns und wichtigen Stakeholders in der Stadtgesellschaft identifiziert und versuchen die jetzt auch entsprechend abzuarbeiten. Und das ist jetzt also insofern eine, eine, noch mal andere Dimension, nämlich eine echte Handlungsphase. Das innovative ist einmal natürlich das Thema, nicht nur sektoral die Themen anzugehen, sondern lokal anzugehen, also nicht über Industrie, über Gebäude, über Mobilität zu reden, sondern tatsächlich die Dinge vor Ort, ganzheitlich zu versuchen, anzugehen, das palizipativ zu entwickeln und das Ganze zu verstehen, auch als eine Art unserer Hoffnung, Gegenstromverfahren gegenüber dem, was die Europäische Union macht. Sie haben in Glasgow diese, diese Local Green Deal Moderation gemacht, war jetzt Mannheim das einzige Pilotprojekt? Wir waren zusammen mit Glasgow auf dem Podium, wir haben Glasgow gebeten, bei unserer Veranstaltung beteilzunehmen, weil die sich ebenfalls auf den Weg gemacht haben, einen Local Green Deal zu formulieren. Und die haben das dort auch entsprechend mit vorgestellt, auf dem Podium war dann noch die Europäische Kommission vertreten, durch den Programmverantwortlichen für das, für die Mission 100 Climate Neutral and Smart Cities, bei 20-30. Und konnten insofern natürlich genau auch diese Dialog führen, die uns auch wichtig ist, nämlich das Lokale mit dem Europäischen, mit dem Supra-Nationalen auch zu verbinden. Wie schwer ist das denn? Sie waren ja nun da vor Ort und haben auch alle gesehen. Wie schwer ist das denn? Man muss sagen, dass Glasgow, was diese Dimension angeht, durchaus auch ernüchternd war, also nicht nur von den Gesamtergebnissen, sondern wir sind eigentlich auf dem Status, was die Einbeziehung der kommunalen Ebene angeht, von Paris geblieben. Paris war ja insofern nicht nur, was die Klimaziele angeht, sondern auch, was die Governance angeht, ein Schritt nach vorne, in dem dort zum ersten Mal die Kommunen tatsächlich prominent erwähnt worden sind. Im vorletzten Entwurf der Abschlusserklärung sind die Kommunen gar nicht aufgetaucht. Also anstatt einen Schritt voranzugehen, wäre es sogar ein Schritt zurück geworden. Dann hat man mit viel Mühe und Mobilisierung verschiedene nationaler Regierungen. Wir haben uns dann auch noch mal über den deutschen Städtetag an die Bundesregierung gewandt. Wir sagten, das kann so nicht bleiben. Jetzt sind die Städte wieder erwähnt. In der Formulierung, wichtige Partner sind die indigenen Völker, die Zivilgesellschaft sind Jugendliche und Kinder und die lokalen Gemeinschaften, also die lokale Ebene. Das ist aber sehr unbefriedigend. Und vor allen Dingen zeigt es natürlich eines. Man kommt nicht weiter bei der Frage, die ja eigentlich offensichtlich ist, Kommunen als das anzuerkennen, was sie sind, eine Regierungsebene. Und eine wichtige Regierungsebene im globalen Maßstab. Wir werden einsortiert als NGOs, was widersinnig ist. Und damit vergibt man natürlich eine große Chance. Und all das, was mittlerweile ja auch immer wieder betont wird, die entscheidend die lokale Ebene ist, was die OECD betont als Voraussetzung für Entwicklung und die Stärkung der lokalen Ebene. Wir kommen bei dem Thema Klima-Adaptionsmaßnahmen, insbesondere im globalen Süden, an den Kommunen überhaupt nicht vorbei. Und da gibt es einen dramatischen Mangel an Ressourcen und an Zuständigkeiten für die Kommunen überhaupt mit diesen Problemen umgehen zu können. All das ist auf der wissenschaftlichen, auf der politologischen Seite, auf der verbalen Seite ja durch und akzeptiert. Aber auf der dann im Ergebnis politischen Entscheidungsebene findet sich das in den Dokumenten nicht wieder und findet sich dann auch in einer echten Praxis, Governance-Praxis einer veränderten nicht wieder. Und auch da in dieser Dimension, weil es wirklich eine Voraussetzung für Fortschritt ist, läuft uns die Zeit weg. Und da hat Glasgow uns jetzt keinen Schritt vorangebracht. Das finde ich jetzt sehr, sehr überraschend. Das wusste ich nicht. Ich springe mal direkt jetzt zum Global Parliament of Mayors, das Sie ja mitbegründet haben und dessen Vorsitzende Sie ja auch sind. Sie haben ja in diesem Jahr in Palermo, glaube ich, auch ihre Jahressitzung gehabt. Da ging es ja auch um all diese Themen. Jetzt haben wir Global Parliament of Mayors und wir haben, glaube ich, weltweit in Asien, Afrika, Amerika, große internationale Städteverbindungen. Warum haben die keine richtige Lobby? Also es gibt natürlich jetzt auf der globalen Ebene ganz unterschiedliche Verständnisse der lokalen Ebene. Das ist natürlich ein großer Hemschuh dort zu einem Konsens zu kommen. Es gibt aber tatsächlich auch in den Staaten, die dem Grunde nach relativ starke kommunale Ebenen haben, auch eine Selbstständigkeit bis hin zur kommunalen Selbstverwaltung haben. Doch eine Unterschätzung der Bedeutung der Governance Fragen. Das ist vielleicht nicht so bei dieser Frage so, das ist generell so Voraussetzungen zu schaffen, dass Dinge auch funktionieren können, nicht nur auf einer programmatisch-inhaltlichen Ebene, sondern auf einer organisatorischen Ebene. Das ist immer wieder unterschätzt. Das kann man an vielen Prozessen sehen. Und das hat jetzt nicht nur damit zu tun, dass bestimmte Nationen jetzt das Thema einer lokalen Selbstverwaltung oder eine Eigenständigkeit gar nicht so kennen, dass allein als administrative Ebene einer Zentralregierung letztlich sehen. Also insofern hat man beides eine Grundunterschätzung und natürlich tatsächlich auch ein unterschiedliches Verständnis, vielleicht auch eine Sorge logischerweise. Dort wo ich macht, zentralisieren will, wenig demokratisch ausgestalten will, ist natürlich allein die Dezentralisierung von Macht, eine Herausforderung. Und dass in die beiden Hemmnisse die Fortschritt entsprechend bislang nicht im notwendigen Maß haben erzielen lassen. Ich habe gesehen, dass Sie bei der Klimakonferenz unter anderem mit John Kerry, bei den amerikanischen Klima- beauftragten zusammengekommen sind, aber natürlich auch mit der Pariser Bürgermeisterin. Was gibt es denn da Neues? Wie sehen die denn jetzt den Fortschritt zusammen mit den Kommunen? Bei John Kerry muss man sagen, er hat an einem Frühstück teilgenommen mit Bürgermeistern, was zumindest überhaupt mal eine Dialogebene aufgemacht hat, die Abschlusserklärung, wie gesagt, hat das im Ergebnis nicht verändert. Man ist auch jetzt in dem Rahmen nicht auf die Tiefe gekommen über diese Fragen tatsächlich dann auch noch mal zu sprechen. Es ging also insofern um die allgemeine Einschätzung der Verhandlungslage und der Zielebene und dass man dort erreichen kann. Die Einschätzung von an Idealgo ist genauso wie ich sie gerade formuliert hat. Natürlich sehen wir alle als Kommunen, die übrigens in großer Zahl, die jetzt nicht aus Deutschland, aber insgesamt in großer Zahl präsent fahren. Es gibt eine Zahl von 1400 Kommunen, die dort präsent gewesen sein sollen in verschiedenen Formaten, aber eben nicht am Verhandlungstisch. Und es gibt dann SIDEvents. Es gab auch ein Treffen des UN Generalsekretärs mit SIFORT hier mit der Delegation mit SADICAN. Aber das sind alle SIDEvents und sie bringen nicht durch in den Kern von Verhandlungen. Da muss man sagen, ist es allerdings auch nicht so, dass man sagen kann, dass da automatisch, wenn man aus Europa kommt, man auf der Fortschritt-Zeite steht. Also es gab von der deutschen Delegation keinen Sitz für eine lokale Ebene. Also kein Delegationsmitglied kam von der kommunalen Ebene. Das war im globalen Süden erkennbar anders. Das war auch in anderen Ländern wie Kanada oder Niederlande anders. Also da kann man jetzt nicht sagen, dass wir da nichts zu tun hätten. Aber unterm Strich gilt für alle. Echte Beteiligung an Verhandlungen, kommunaler Ebene, gibt es in diesem Format nicht. Und die Überlegung ist schon, dass jetzt vielleicht auch mit einem eigenen Event der kommunalen Ebene doch mal auch deutlich zum Ausdruck zu bringen und auf die Tagesordnung zu setzen, deutlich zu machen, dass wir eigentlich zu diesen Partnern gehören, die ja in dem Begriff Kopf stecken, oder sagen wir so, bisher nicht zu den Partnern gehören, aber eigentlich in Zukunft dort einbezogen sein müssen, um die Ziele auch erreicht zu können. Das ist ja jetzt nicht la pola und weil wir uns für wichtig halten, sondern weil es einen wirklich auch objektivierbaren Rahmen gibt, der sagt, es wird ohne die entsprechende Handlungsmöglichkeit und Handlungsfähigkeit. Wir haben doch jetzt auch in der Pandemie das weltweit erfahren, wie relevant das lokale Agieren ist. Da wird es eben einfach nicht gehen, wenn die Ressourcen, die Zuständigkeiten, die Unterstützung nicht da ist in bestimmten Konstellationen noch stärker bei der Frage Klima, Adaption, Bewältigung der Folgen, Vermeidung von zusätzlichen Fluchtbewegungen etc. Das braucht dringend die Handlungsmöglichkeiten, kommunaler Ebene der Städte, besonders die ja dann auch nochmal von Zuwanderung, von explosionsartigem Wachstum, von informellen Ziedlungen entsprechend betroffen sind. Und diese Themen sind einfach unterrepräsentiert, unterschätzt. Und das ist glaube ich wirklich ein sachliches Problem und nicht nur ein Problem anführungszeichen von politischer Repräsentanz der lokalen Ebene, die dort aus Machtgründen einen Anspruch stellen würde, sondern wir überzeugt sind, dass dieses zwingend notwendig ist. Städte werden ja als Maschinenraum der globalen Wirtschaft betrachtet. Wenn wir auf die Zahlen gucken, mehr als die Hälfte, nämlich 54 Prozent der weltweiten Bevölkerung, lebt in Städten und die Erwirtschaften 85 Prozent des gesamten Bruttonationalenkommens und sind natürlich auch verantwortlich für 80 Prozent der CO2-Emission und sie sitzen nicht am Tisch. Lassen Sie uns direkt in das Global Parliament of Mayors Game, können Sie ein bisschen was dazu erzählen, das wurde gegründet mit dem Ziel, was zu erreichen? Es wurde gegründet mit dem Ziel tatsächlich, die globale Governance zu verändern, indem die städtische Ebene einbezogen wird in globale Entscheidungen. Also eine Veränderung herbeizuführen, genau das, was wir gerade besprochen haben. Dass die Kommunen nicht nur als Implementationsebene gesehen werden, auch das ist ja in Teilen, da fehlen ja auch die Verrotzation unterschätzt, aber vor allen Dingen auch bei der Entscheidungsfindung, beim Design von Programmen, bei der Formulierung von Zielstellungen mit einbezogen werden müssen, weil die kommunale Ebene etwas zu den globalen Prozessen grundlegend beizutragen hat. Die Grundidee stammt von Benjamin Barber, der das sehr zugespitzt formuliert hat in einer Vision der Ablösung des Nationalstaats, das würden wohl die Mehrheit der Mitglieder, unsere eigenen Mitglieder nicht unterschreiben, aber eine Veränderung, sich nicht allein in der globalen Steuerung auf Nationalstaaten zu stützen. Das ist der Reformansatz. Insofern ist es jetzt keine Organisation, die sich als ein Netzwerk allein zerstet von Städten, die Austausch, wechselzeitige Hilfe, die klassische Advocacy allein betreibt, sondern wirklich sich auch fokussiert einem politischen Wandel in den Strukturen der UN, anderer internationale Organisationen oder subran nationale Organisationen, wie der Europäischen Union herbeizuführen. Und bei Ihnen sind inzwischen auch alle Kontinente vertreten und hier treffen sich ja die Bürgermeister von Kapstadt in Südafrika und Bristol, Großbritannien, Dayton, USA und Hebron und natürlich Mannheim als einzige deutsche Stadt. Soweit ich das jetzt noch gesehen habe, wir haben vor einem Jahr zum letzten Mal gesprochen, hat sich daran was geändert? Nein, wobei es sind deutlich mehr Städte involviert als Mitglieder sind. Das hängt mit dem zusammen, was ich gerade geschildert habe. Es ist im Prinzip eine politische Organisation und die allein selbst finanziert ist, soweit es nicht um einzelne Projekte geht, da gibt es auch mal entsprechendes Funding von außen, aber die Grundstruktur wird allein selbst finanziert und für einen rein politischen Projekt ist es nicht so einfach für alle Städte, das auch entsprechend durch die Kremien zu bekommen. Insofern sind deutlich mehr Städte involviert, Bürgermeister involviert in die Veranstaltungen als tatsächlich die Organisation selbst tragen. So wie viele Mitglieder sind da, haben Sie jetzt? Finanzieren und leider nur 40 Städte und involviert über das Jahr waren bestimmt um die 200 Bürgermeister und Bürgermeister aus aller Welt bei den verschiedenen Veranstaltungen und Formaten und Diskussionen, die wir angeboten haben. Nun sind die ja, das liegt ja in der Sache sehr unterschiedlich auf einem unterschiedlichen Level. Was haben Sie denn alle gemeinsam? Welche Probleme greifen Sie denn gemeinsam an? Gemeinsam haben wir alle die Überzeugung, dass wir neben unseren lokalen Aufgabenstellungen oder dass wir die lokalen Aufgabenstellungen, so ist, glaube ich, besser formuliert, die globale Dimension nicht außer auch klachten können, weil sie miteinander eng verbunden sind. Und gemeinsam haben wir auch die Überzeugung, dass die lokale Ebene nicht ausreichend ausgestattet und anerkannt ist mit ihrer Problemlösungskompetenz, mit ihrer einerseits Nähe zu den Menschen, mit ihrem zwangsläufigen Pragmatismus, nämlich Probleme lösen zu müssen und mit einem automatisch, dadurch dass wir eben für einen konkreten Raum Verantwortung tragen, zwang zum horizontalen Denken zur Verknüpfung der verschiedenen Fachpolitiken. Das ist automatisch, das ist jetzt nicht, dass man sagen kann, diejenigen, die auf der lokalen Ebene agieren, sind sozusagen die besseren Menschen, sondern die haben bestimmte Arbeitsbedingungen, die haben bestimmte Arbeitsbedingungen, die zu einer etwas anderen Art der Politik führen. Und diese andere Art der Politik ist extrem relevant, auch als Ressourcer zu nutzen und als Einfluss zu nutzen auf die anderen politischen Ebenen. Das ist die gemeinsame politische Überzeugung und die hat ganz praxisrelevante Dimensionen, wo wir versuchen natürlich dann auch die jeweiligen Mitglieder mit ihren Anliegen auch zu unterstützen, also um das mal ganz konkret zu machen. Eine afrikanische Stadt, die Mitglied ist, hat keine Zuständigkeiten für die Baugenehmigungen. Das läuft über die nationale Ebene und sie haben damit keine Möglichkeit, natürlich Zentral-Stadtentwicklung zu steuern und insbesondere das Thema Klimafolgenantassung kann sie nicht selbst steuern. Also ganz akut, auch wieder zu erleben. Erdrutsche, durch Bebauung auch an der falschen Stelle, also katastrophale Entwicklungen, da geht es jetzt erstmal gar nicht um Ressourcen im klassischen Sinne, sondern es geht um Zuständigkeiten, natürlich jetzt auch um Kompetenzen, überhaupt Stadtplanung entsprechend qualitativ betreiben so können. Da versuchen wir direkt auf zwei Wegen, einmal in Richtung Vereinbarung zwischen Städten, die auch unterstützt wird von nationalen Ebenen, etwas konkret an Kapazitätsaufbau zu tun und auf der anderen Seite bewusst sein dafür zu schaffen, auch im internationalen Rahmen, dass hier die Zuständigkeiten falsch verteilt sind, dass man Einfluss nimmt auf die nationale Regierung, letztlich dort auch eine veränderte Governance zu entwickeln und zuzulassen, also diese zunächst einmal abstrakt scheinenen Fragen von Einfluss und Zuständigkeit und politischer Steuerung, die werden eben ganz konkret an solchen Beispielen. Ich habe ein Zitat gefunden auf ihrer Seite, über das ich gern mit Ihnen sprechen werde und auch wissen möchte, wie sind Sie denn jetzt als Kommune darauf vorbereitet? Noch dazu, wenn Sie sagen, Sie haben keinen richtigen Sitz am Tisch. Ich lese es kurz vor und dann können wir darüber reden. Die meisten klimabedingten Migrationen werden hauptsächlich innerhalb nationaler Grenzen stattfinden, wobei Menschen in oder zwischen den Städten ziehen. In den letzten zehn Jahren mussten im Durchschnitt 21,5 Millionen Menschen pro Jahr aufgrund von Stürmen, Überschwemmungen, Waldbrenten, Dörfen und andere Wetterereignisse ihre Heimat verlassen. Schätzungsweise zur Folge werden bis 2050 rund 200 Millionen Menschen aus klimatischen Gründen gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen. So, zurück zu dem Bürgermeistern. Wie sind Sie darauf vorbereitet? Es hat ganz verschiedene Dimensionen, logischerweise sehr unterschiedlich, wo man sich gerade befindet. Im globalen Norden geht es darum, diesen Sachverhalt der klimabedingten Migration, aber auch, wo sie tatsächlich im Schwerpunkt stattfindet, überhaupt bewusst zu machen, auch lokal bewusst zu machen. Ich glaube, dass das wichtig ist in verschiedenen Dimensionen erstens natürlich werden auch Klimaflüchtlinge bei uns ankommen. Gibt auch Wissenschaftler, die sagen, das ist jetzt schon der Fall gewesen bei den Flüchtlingen aus dem syrischen Bürgerkrieg, weil da viele, wenn die praktisch vom Land in die informellen Siedlungen geflüchtet sind, auch die ersten Opfer des Bürgerkriegs waren an den Randlagen der Städte. Und dass das so sagen jetzt die zweite Flucht ist nach der ersten, die eher klimabedingt war. Und in der Zukunft wird das auch bei uns spürbar werden. Also das ist eine Frage natürlich auch, dass politischen Beoszeins einmal bei der Aufnahme zum anderen aber auch für Kooperationsprojekte, die ja auch jeweils vor Ort einer politischen Unterstützung brauchen, wenn man sich genau für diese Fragen auch außerhalb der eigenen Stadt engagiert. Im globalen Süden ist natürlich die Situation noch viel direkter. Die Konfrontation mit dieser Form der Migration ist massiv und virulent. Und sie verlangt ganz andere Ressourcen als bislang, weil die Aufnahmebedingungen in den Städten sind so, dass sie oftmals die Vulnerabilität überhaupt nicht mindert. Aber wir freuen uns, dass das Beispiel von Betrohungen durch Überschwemmungen, Erdrutsche natürlich umgekehrt, sondern auch durch Trockenheit Feuer angesprochen. Das ist in den Randlagen der Städte in informellen Siedlungen ja extrem hoch. Das heißt zunächst einmal, dass Menschen aus einer ländlichen Region geflüchtet, wegen solcher Klimaereignisse, kommen dann in die Randlagen von Städten. Und wenn die Städte da nicht in der Lage sind, diese Situation adäquat auch zu gestalten, ist die Vulnerabilität im Grunde gar nicht gesunken. Oder es ist nur eine temporäre Antwort. Und bei der nächsten Naturkatastrophe und klimabedingt sind genau die gleichen Menschen wieder in besonderer Betrohung. Sich damit auseinanderzusetzen, dafür andere Strategien zu entwickeln ist extrem relevant. Und aus den von Ihnen ja schon zitierten Zahlen ergibt sich, das sind ungeheure Zahlen von betroffenen Menschen. Insofern etwas, was extrem oben auf der Agenda stehen sollte. Wir haben versucht, auch das zu bewegen in Glasgow und haben einen sogenannten Call to Action auch formuliert, da ging es auch um das Thema überhaupt für diese Fragestellung bewusst sein zu schaffen. Wir sagen, in dieser Klimakrise liegt auch nochmal eine Verschärfung der Migrationsfragen und insbesondere innerhalb des globalen Südens, auch innerhalb von Nationen hat das nochmal ein ganz besonderes Gewicht. Und dieses Thema ist nicht ausreichend, wie so viele nicht ausreichend adressiert und braucht dringend mehr Aufmerksamkeit, braucht dringend mehr Unterstützung. Also insofern geht es nicht nur um die Bekämpfung des Klimawandels, sondern natürlich auch um das Thema Klimafolgenanpassung. Und das ist im globalen Süden natürlich, weil die Menschen dort noch viel vulnerabler sind von extremer Bedeutung. Wenn Sie von Bewusstsein schaffen sprechen, nun sitzen Sie ja da in den Haken und haben im Grunde genommen die Kollektive Macht der Städte eigentlich. Da sprechen Sie dann auch darüber, wie Sie das Bewusstsein verstärken können und ja, um wie Sie Ihre Macht etwas ausweiten können. Ja, das ist ja der Kern unserer Tätigkeit. Können Sie ein Beispiel geben? Ja, also konkret, wir sind jetzt in der Diskussion, ob wir neben der Präsenz der Städte, die es immerhin jetzt schon gibt, beim G20-Gipfel. Und da geht es ja genau um das Thema, die Themen, die uns wichtig sind, auf die Agenda zu bekommen. Bewusstsein ist nicht nur in der eigene Bevölkerung zu schaffen, sondern natürlich vor allen Dingen bei den politischen Verantwortlichen. Und die nächste G7-Veranstaltung wird in Deutschland sein und wir versuchen jetzt genau auch hier die kommunalen Themen mit auf die Tagesordnung zu bringen, die Fragestellungen, die wir gerade eben angesprochen haben, auch die Situation im globalen Süden bei G7. Es rescheln wir uns deswegen Chancen aus, weil das alles demokratisch verfasste Staaten sind mit einer grundsätzlich, im Augenblick eine etwas gegenläufige Tendenz, aber grundsätzlich anerkennung der kommunalen Ebene, einer demokratisch verfassten kommunalen Ebene und sofern ein Kreis von Staaten, die erstens natürlich über eine enorme wirtschaftliche Macht verfügen, auch über einen politischen Einfluss verfügen und gleichzeitig aber auch starke präsente kommunale Ebene kennen und haben. So dass das ein Format ist, von dem wir hoffen, dass wir dort eher durchspringen können und das ist dann jetzt ein strategischer Schritt zu sagen, wir nehmen dieses Format auch in den Blick und versuchen dort eben die Linge auf die Tagesordnung zu bringen und unseren Einfluss zu verstärken, weil sie haben das schön formuliert, die kollektive Macht der Städte. Ich werde da noch etwas zurückhalten. Das habe ich gestohlen von ihrem Gründer Benjamin Barber. Genau, also die Geld ist ja im Grunde genommen zu entwickeln und genau zu identifizieren, an welchen Stellen und in welchen Formaten wir eine Möglichkeit haben, genau sie auch sichtbar zu machen, sie weiter zu entwickeln und tatsächlich eben auch als Machtfaktor auch wahrgenommen zu werden. Aber Herr Dr. Kurz, wenn Sie jetzt sagen, im Grunde genommen hält jeder Nationalstaat an seinem Einfluss, an seiner Macht fest, will nicht abgeben. G7 ist ja nun die Spitze des Eisbergs davon. Wie wollen Sie die denn dazu bringen, Ihre Macht abzüglich, ich meine, Sie die Nationalstaaten selbst zeigen ja immer öfter, immer mehr, dass Sie es nicht mehr können. Sie können es nicht mehr. Also wir können es, wir können die globalen Probleme ja alle nur im globalen Kontext gemeinsam lösen. Eigentlich wissen das auch alle und die Praxis, wie Sie jetzt Glasgow beschrieben haben, sieht ja nun völlig anders aus. Warum sollen die jetzt Macht abgeben? Ob das jetzt G7 G20 ist? Jetzt kommen wir mal sozusagen zu der zur vollen Seite des Glases und da würde ich sagen, es gibt einen signifikanten Fortschritt im Diskurs, das ist tatsächlich die Ziele, also größerer Konsens im Bereich der Ziele und eine höhere Bereitschaft, sich tatsächlich auch an Erfolg messen zu lassen. Und das ist, aus meiner Sicht, die einzige Chance an der Ansatzpunkt tatsächlich auch über diese Governance Fragen zu reden. Das habe ich vorhin nochmal angedeutet, eben nicht aus einer Situation heraus, die einfach die Machtfrage stellt, sondern aus einer Situation heraus die Machtverteilung, Gestaltungsverteilung, Zuständigkeit, deswegen versucht neu zu organisieren, weil es eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit hat, weil es eine Erfolgsvoraussetzung ist in verschiedenen Bereichen. Insofern setze ich auch da und hoffe darauf, dass das stärker auch noch formuliert wird aus dem Bereich der Wissenschaft oder Organisationen, die sich damit befassen, stichwort OECD, die das analytisch teilen und wo ich hoffe, dass das stärker auch akzentuiert wird im Sinne einer Beratung in Richtung, was ist die richtige Strategie zum Erfolg? Und da wird man zwangsläufig, nach meiner festen Überzeugung, dazu kommen, dass man an der Frage kommunaler Selbstverwaltung weltweit, an der Frage Design von Programmen, Diskussionen mit der kommunalen Ebene, Nutzung der Erfahrungen der kommunalen Ebene nicht vorbeikommen wird. Sie haben ja auch auf ihrer Seite die digitale Revolution. Also wir sind ja immer weniger an Orte geknüpft, um etwas bewegen zu können. Das World Economic Forum hat vor einer Weile sich natürlich auch den Städten mal gewidmet und hat gesagt, die treibende Kraft hinter dem Nationalstaat war die industrielle Revolution und nun macht die digitale Revolution genau das Gegenteil, sich stellt nämlich den Nationalstaat in Frage. Müssen Sie vielleicht neue Stakeholder suchen, um dem etwas entgegenzusetzen, sprich mit der Wirtschaft, mit internationalen Foren zu sagen, ne, wir brauchen jetzt hier den Platz am Tisch. Bündnispartner, ich habe ja schon die Wissenschaft angesprochen. Wir sind natürlich für uns extrem relevant und insofern ist die Frage, die Sie stellen, sehr berechtigt. Den Versuch gibt es oder am erster Zart an Setzer, aber in der Tat ist die Dialog jetzt über diese Frage auch mit der Wirtschaft oder mit entsprechenden Organisationen noch nicht zu in Gang, dass wir da jetzt davor werden zu sagen, wir gewinnen wirklich Bündnispartner aus der Wirtschaft für unsere Anliegen. Wenn wir mal in Richtung größere Städte Metropolen gucken, sie haben in ihrem im Global Parlament auch ein Papier dazu, dass zum Beispiel ganze Nationen im Pazifischen Ozean stehen vor der totalen Zerstörung durch den Klimawandel. Sie sprechen darüber, dass mehr als 800 Millionen Menschen in Küstengebieten leben, die weniger als 10 Meter über den Meeresspiegel lehlen und die meisten großen Städte sind Küstensträte, sprich zwei Drittel der Weltstädte mit mehr als fünf Millionen Einwohnern liegen in Gebieten, die vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind. Ich habe gerade gelesen, dass Jakarta in Indonesien ja auch verlegt werden soll, was ja wirklich schon Dimensionen an einem, die man sich hier im Norden natürlich nicht so gut vorstellen kann. Was sind dann die wichtigsten Strittel, die wir machen können? Wir, Sie als Bürgermeister natürlich. Wenn wir an dem Beispiel nochmal anknüpfen der Migration der unmittelbaren Bedrohung von Siedlungsräumen, da muss man sagen, dass diese Fragestellungen auch was ist das Zukunftsmodell von Siedlungsräumen. Zwar auf der Tagesordnung steht schon recht lange, Leipzig-Harta hat so eine Fortschreibung, also was ist unser Modell von Stadt und jetzt natürlich kann man sagen, das ist ja, wenn ich unmittelbar jetzt bedroht bin und über Verlagerung von Städten nachdenken, muss jetzt keine unmittelbare Antwort. Aber ernüchternd ist ja, dass wir nach wie vor jeden Tag in eine ganz andere Richtung unsere Welt weiterentwickeln, als sie beispielsweise in der Leipzig-Harta beschrieben ist. Das heißt, in weiten Teilen der Stadt der Welt wird nach wie vor Stadtplanung betrieben, in der Annäherung eigentlich an die alte Karta von Arthäen, die verdiesstische Stadt, die Trennung von Funktionalitäten und das ist aktuelle Realität. Und wenn man unterwegs ist, wird einem das dann oftmals mit Stolz vorgeführt, dass man irgendwo ein großes Wohngebiet aus dem Boden stammt, mit rudimentärer Anbindung über öffentlichen Nahverkehr, ohne eine Struktur, die tatsächlich arbeiten und Leben zusammenführt, sondern die tatsächlich eine reine Wohnschlafstadt, ohne wesentliche sonstige Infrastruktur vorzutreten. Und da steht man dann doch irgendwo fassungslos an der Ebene und denkt, da sind Investoren, da sind Entwicklungsorganisationen, da sind die unterschiedlichsten Ebenen von Politik mit involviert und wir machen erwiesenermaßen Falsches weiter jeden Tag. Und da rede ich jetzt noch nicht über die informellen Ersiedlungen, wo es gar keine strukturierende Steuerung einfach gibt. Das ist dramatisch. Und also das sind wir jetzt wieder, bei der leeren Seite des Glases, die Diskrepanz auf der Ebene zwischen Erkenntnis und realem Ton. Die ist jetzt, würde ich sagen, dort auch deutlich größer wie im Bereich CO2 Vermeidung. Aber das sind genau die Strukturen, die deutlich machen, dass eine reine Fokussierung auf das Thema CO2 Vermeidung und eine Strategie, die sagt, ich organisiere die Welt genauso wie sie bisher ist, nur jetzt mit erneuerbaren Energien. Das kann also nicht ansatzweise aufgehen. Und insofern sind wir dann wieder bei dem Begriff der Nachhaltigkeit, bei einem breiteren Ansatz, wie wir eingestiegen sind, auch zum Thema European Green Deal. Es geht eben um weitere Dimensionen, wie Ressourcen am Verbrauch insgesamt senken. Dazu gehört natürlich auch das Thema Landnutzung. Da gehört dazu die Konzeption, wie bin ich denn in der Lage, tatsächlich nachhaltig Städte zu entwickeln. Und wenn wir in diesen Fragen nicht wirklich entschieden ein ähnlichen Prozess entwickeln, wie jetzt zumindest mal für das Thema CO2 gelungen ist, dann werden wir aber am Ende auch die Frage des Klimawandels nicht adäquat bearbeiten können. Also wir müssen unseren unseren Scope doch doch mal deutlich erweitern auf die angesprochenen Fragen und auch weiterer und dort ein ähnliches Bewusstsein von Dringlichkeit entwickeln, wie das jetzt doch einigermaßen zu CO2 gelungen ist. Jetzt muss ich Sie das aber trotzdem noch mal fragen. Also es wissen ja im Grunde genommen alle Mitglieder der Gesellschaft, von der Politik, der Nationalstaaten, über die Städte, über die großen Organisationen, was die großen Probleme sind. Das wissen wir ja aber schon sehr, sehr lange. Jetzt haben wir denn auch mit Paris gesagt, wir wollen jetzt auch was machen. Das geht nun wieder schleppen, wie Sie sagen, Glasgow war der Erde schon wieder nicht so großartig. Wo ist denn hier der Schlüssel? Ich habe jetzt wirklich einen langen Problem zu erkennen. Wo ist denn der Schlüssel? Wo hat das denn ganz genau? Die Überschrift über alles, das könnte man ja formulieren, als du musst dein Leben ändern. Das ist die hatteste Übung, die es gibt für Menschen und für Systeme. Das muss man ja klar sagen, dass worüber wir sprechen, ist historisch ohne Beispiele. Wir sprechen über eine letztlich industrielle wirtschaftliche Revolution oder postindustrielle Revolution, die einerseits eine Dimension hat, die eine Ähnlichkeit hat, nämlich die Digitalisierung, wo man sagt, okay, die geschieht letztlich nicht top down, sondern technisch getrieben, marktwirtschaftlich getrieben, destruktiv in Enthallen. Und wir haben eine andere Dimension, eine zweite Dimension, die im Vordergrund steht, nämlich im politischen Prozess zu sagen, wir organisieren zur Rettung unserer Welt einen Transformationsprozess, gleicher Dimension, und zwar zum ersten Mal historisch als Erkenntnisprozess, das heißt top down. Wir haben eine kollektive Erkenntnis und wir steuern jetzt um. Und greifen damit tief ein, ich weiß nicht, ob diese Zahl steht und wie man so was messen kann, aber ich habe gerade gehört, dass sich 80 Prozent des Lebens über die industrielle Revolution verändert hätten, also das Alltagslebens der Menschen damals und dass diese Dimension jetzt ähnlich ist. Und natürlich ist das über einen politischen Prozess enorm schwer zu organisieren, weil es eben dann, als ein Prozess erscheint, oder ja auch ist, der zu diskutieren ist, den man sagen hinterfragen kann, der nicht über einem kommt, sondern wir versuchen ja, sagen, der Diskruption durch Katastrophe zu entgehen durch eine letztlich geplante, aber ähnlich dynamische und schnelle, fast schon disruptive Veränderung, die wir organisieren. Das ist, muss man wirklich sagen, historisch ohne Beispiel. Insofern muss ich jetzt eher formulieren, dass überhaupt ein Bewusstsein sich ausbildet, dass das die Aufgabenstellung jetzt ist, ist eine notwendige Voraussetzung, die wir jetzt so langsam ausgebildet haben. Jetzt vielleicht genauso an der Schwelle, wo man sagt, ja, jetzt ist es vielleicht mal da, dass es die positive Seite von Glasgow, der nächste Schritt wäre wirklich, noch einmal den Skopter erweitern zu sagen, die Vorstellung, es bleibt ansonsten alles, wie es ist und wir machen es jetzt mit grünem Wasserstoff. Das ist nicht realistisch, das ist kein Zukunftsbild. Also wir müssen dieses Zukunftsbild noch sterben. Die Ansätze in sich erbreiten, ich hab mal die Hoffnung, dass das relativ schnell geschieht, weil man eben die Strategien durchdecklinieren wird und sehen wird, dass eben eine klassische Status quo, Fortschritts, lineare Fortschrittsvertragungen mit Erneuerbaren, dass das nicht so aufgeht, sondern dass es um grundlegendere Fragestellungen mitgeht, dass dieser Prozess natürlich, wissen wir auch, nicht allzu lange dauern kann und dass wir dann doch die Chance haben, diese Dinge auch, die jetzt noch nicht wirklich im Fokus stehen, auch in den Fokus bekommen und sie dann mitangehen. Wir haben nicht viel Zeit, das ist überhaupt keine Frage. Und da sind vielleicht auch jetzt was anderes, andere Zeithorizonte, nicht alles wird da in der Dimension 2050 sein, aber es muss natürlich deutlich früher losgehen. Also dieses Jahrzehnt jetzt, 20 bis 30, ich mal sagen, hatte und an erfolgreiche Maßnahmen im Bereich Klimaschutz, eine Dimension und das andere die Erkenntnis, möglichst in einem breiten Konsens, globalen Konsens herbeizuführen, das für die nachhaltige Entwicklung noch weitere Themenstellungen entschieden angegangen werden muss in der ähnlichen Entschiedenheit, wie das jetzt sich andeutet für CO2, das ist die Aufgabenstellung. Wir haben nicht viel Zeit, wie Sie sagen. Es ist allen relevanten Stakeholder völlig klar, dass das System im Umbruch ist, dass es eigentlich schon umgebrochen wurde. Wir haben nur den Weg noch nicht so ganz genau beschritten. Es suchen sich neue Strukturen, neue Vernetzungen, neue Machtgefilde. Wenn ich Ihnen jetzt einen Wunsch erfüllen könnte in diesem totalen Chaos, in dem wir uns befinden, was werden denn jetzt die wichtigsten zwei, drei Punkte, wo Sie sagen, wenn ich das machen könnte, das wäre jetzt schon mal ein großer Fortschritt. Da wir noch nicht so weit im Bewusstseins sind, bräuchten wir, wenn wir jetzt mal Glasgow als eben durchaus positiv im Bereich Bewusstseinsbildung und zumindest mal gemeinsame Vereinbarung, dass es sowas wie ein Net Zero Ziel gibt, sehen. Etwas Ähnliches für das Thema der nachhaltigen Entwicklung von Städten insgesamt. Also ein solches Prozess zu sagen, hier lebt eine deutliche Mehrheit der Menschen. Hier wird das Thema Klimaadoption, aber Klimabekämpfung und besonderer Rolle spielen. Das ist aber deutlich komplexer als eben die reine Reduktion von CO2. Wir müssen dafür Voraussetzungen schaffen und wir hören auf die Fehler der Vergangenheit, weiter umzusetzen jeden Tag von Neuem. Das wäre nötig, also wir müssten die Themenstellung erweitern und wir bräuchten ein Glasgow der Städte. Glasgow der Städte. Sie sind ja nun schon seit 14 Jahren Oberbürgermeister in Mannheim. Hat sich Ihre Rolle deutlich verändert? Sind Sie heute mehr so ein globaler Akteur mit lokaler Adresse? Ich würde sagen, wir sind lokaler Akteur mit globalen Bewusstsein und auch indem wir versuchen Einfluss zu nehmen aus lokalem Interesse auch globaler Akteur. Ihr Gründer Benjamin Barber hat gesagt und ich zitiere jetzt mal, der Weg zur globalen Demokratie führt nicht durch die Staaten, er führt durch die Städte. Die Demokratie wurde in der antiken Poliz geboren. Ich glaube, ich kann sie in der globalen Kosmopoliz wieder geboren. Sie kann in der globalen Kosmopoliz wieder geboren werden. Sehen Sie das ähnlich? Ja und nein. Also richtig, die Stadt als Labor, als natürlich eine andere Form von Community und Nähebeziehung, die Demokratie befördern lässt. Da stehe ich zu. Jetzt muss man sagen, dass wir konfrontiert sind über die sozialen Netzwerke, auch in den Städten mit einem Verlust von Vertrauen und einer Gefährdung von Demokratie, wo man sagen muss, die Städte sind ähnlich konfrontiert, auch wie die nationale Politik. Und ein Ausgleich ist ein deutlich kleineren Kommune ist im Dorf, in der Kleinstadt, noch eher möglich. Dadurch, dass die persönliche Beziehung der politischen Ebene zur Bevölkerung insgesamt natürlich in einer ganz anderen Weise gegeben ist. Die Städte werden auf der anderen Seite hier auch schneller reagieren, vermutlich, als das Nationalstaaten möglich ist, mit dieser Situation umzugehen und zu versuchen, Antworten zu finden auf diese Veränderung der Diskussionslagen und der politischen Debattenlage, die ja eben mit den Fragestellungen von Lösungen, von Faktenbasis, Freund und Freund denken und so weiter sich verbinden. Da werden insofern vielleicht dann auch wieder Kommunen Antworten liefern können, die dann auch für die nationale Ebene, wie für die globale Ebene als Erfahrungsraum relevant ist oder wo in der Addition der Reaktionen hoffentlich eine Verbesserung im Sinne der Verteidigung von Diskursfähigkeit und Demokratie eintritt. Ich möchte das Gespräch gern beenden mit der wichtigen Frage, was macht denn heute ein guten Bürgermeister aus? Es gibt einerseits das, was schon immer galt, das ist natürlich ein Gefühl für Trinklichkeit, Problemlösungskompetenz, das, was man beschreiben kann, als die Dualität von Führung auf der einen Seite und Beteiligung auf der anderen Seite. Was, glaube ich, neu dazu gekommen ist, ist, was die Finnen haben, Government nennen, also ein Bewusstsein für die Vorläufigkeit der Erkenntnisse, also ein höheres, was sich auch mit der Briefagilität verbindet, also ein höheres Maß von Aufnehmen, von Vorausschau, von Aufnehmen anderer Gedanken und Korrekturfähigkeit. Das ist das, was ich sagen würde, unterscheidet vielleicht den guten Bürgermeister, die gute Bürgermeisterin des Jahres 2021, von denen aus den 1991 sich vielleicht auch nicht falsch gewesen war und nicht ganz so dringend. Aber diese Form, ja, wie es damit eben zum Ausdruck kommt, der Bescheidenheit eben offen zu sein für Korrekturen, für Landprozesse, für Anpassungsstrategien, das ist deutlich relevanter und wichtiger geworden. Vielen, vielen, vielen Dank, Herr Dr. Kotz, dass Sie, dass wir jetzt hier eintauchen konnten in diese globale Bürgermeistergefilde und was zu tun ist, was noch nicht getan wurde, was überhaupt noch, ja, überhaupt erst mal verabschiedet werden muss, damit wir uns weiter bewegen. Aber Mannheim ist Pilotprojekt, das finde ich ja schon mal ganz toll und ich bin auch überhaupt nicht überrascht, dass das natürlich wieder von Ihnen kommt, weil ich halte sie für einen der agilsten Bürgermeister in diesem Land und es wäre wirklich toll, wenn Ihnen viele, viele Folgen würden. Herzlichen Dank fürs Gespräch und alles Gute für Sie und Ihr Parlament. Ich bedanke mich auch. Für Informationen erhalten Sie auf www.weforum.org oder auf siebillebaden.com.